Prof. Erich Greipl († 72): Hier lebt die Erinnerung

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Das frisch getaufte Professor- Erich- Greipl-Stadion.

Ismaning - Jetzt hat er die Ehre bekommen, die er Zeit seines Lebens eigentlich gar nicht wollte. Erich Greipl († 72), ehemaliger Präsident der Industrieund Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern, ist jetzt Namensgeber des Ismaninger Fußballstadions – grad war Einweihung.

Mit einem Benefizturnier. Mit hochrangigen Gästen. Und mit dem Beweis dafür, dass von einem Leben in der Welt der Wirtschaft mehr bleiben kann als Geld und Zahlen. Nämlich: Erinnerung an einen Menschen.

Tochter Saskia Greipl-Kostantinidis (44) sagt: „Mein Vater ist unvergessen – das merke ich immer, wenn ich mit Menschen rede, mit denen er zu tun hatte.“ In der IHK etwa, wo er den Vorsitz führte. Beim Handelsriesen Metro, wo Greipl nicht bloß irgendein Manager war, sondern enger Vertrauter des Mitgründers Otto Beisheim († 89).

Greipl hat geschafft, was gemeinhin als unmöglich gilt – den großen Sprung aus ganz kleinen Verhältnissen an die Spitze. Tochter Saskia sagt: „Mein Papa hat schon früh gearbeitet, zum Beispiel in der Landwirtschaft. Er hat schon als Bub mit Schweinen gehandelt …“ Vielleicht hat er sich schon da die Grundlagen für den späteren Erfolg geholt. Bauernschläue und Verhandlungsgeschick, aber auch Geradlinigkeit und Vertrauen.

Dazu kam ein ungezwungener Umgang mit Leuten aus allen Schichten. Schwiegersohn Stavros Kostantinidis (49) sagt: „Mit den Ministern war er Minister, mit den Bauern war er Bauer.“ Und vor allem: Mit den Fußballern war er Fußballer. Greipl war Sport-Fan. Er hätte sogar die Chance gehabt, einen Profi-Vertrag als Kicker zu bekommen – hat sich dann aber doch entschieden, Betriebswirtschaft zu studieren. Dass es der angemessene Weg war, zeigt wohl der Erfolg: Metro ist ein Milliarden-Konzern...

Trotzdem ist Greipl dem Sport immer verbunden geblieben, zum Beispiel als langjähriger Freizeit-Kicker. Und seine Tochter führt jetzt das Erbe fort. Sie engagiert sich beim FC Ismaning – und zum Sponsor-Paket gehört auch, dass das Stadion des Landesligisten im Münchner Nordosten jetzt Greipls Namen trägt. Zur Feier gab’s ein Benefizturnier mit rund 1000 Gästen – darunter Charlotte Knobloch (82, Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde), Sparkassen- Boss Ralf Fleischer (51) und Staatskanzlei- Chef Marcel Huber (57, CSU).

Am Ende kam ein doppelter Erfolg für die Sternstunden des BR raus – die Mannschaft gewann das Turnier, die Benefiz-Aktion bekam einen Spendenscheck über fast 30.000 Euro.

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