In Münchner Studenten-WG

Prozess um Mord mit Kreissäge - Pädagogin (32) vor Gericht

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Polizisten durchsuchen ein Grundstücks in Haar in München nach der Leiche eines Mannes. Eine Pädagogin soll beim Sexspiel ihrem Freund mit einer Handkreissäge den Kopf abgeschnitten haben. Seine grausam zugerichtete Leiche wurde erst Jahre später gefunden.

München - Mord in einer Studenten-WG: In München steht eine Pädagogin vor Gericht, weil sie ihrem Freund mit einer Kreissäge den Kopf abgeschnitten haben soll. Die Leiche wurde erst Jahre später gefunden.

Vor dem Münchner Landgericht beginnt an diesem Montag (13. Februar) der Prozess um einen grausamen Mord in einer Studenten-WG. Eine heute 32 Jahre alte Pädagogin steht vor Gericht, weil sie ihren Freund beim Sexspiel getötet haben soll. Mit einer Handkreissäge, so die Staatsanwaltschaft, attackierte sie seinen Oberkörper und trennte ihm - wohl als er nach den heftigen Schnitten schon tot war - den Kopf ab. Die Anklagebehörde geht von heimtückischem Mord aus. Der Mann soll ans Bett gefesselt gewesen sein. Weil er eine zugeklebte Taucherbrille trug, konnte er nichts sehen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatten die beiden immer wieder derartige Fesselspiele im Bett veranstaltet. Das Opfer sei darum vollkommen arglos gewesen.

Mit ihm geschlafen und ihn anschließend umgebracht

Als Motiv vermutet die Behörde eine unglückliche Beziehung. Die Frau habe sich oft mit ihrem Lebensgefährten gestritten und sei von ihm gedemütigt worden. Auch am Tag vor der Tat soll es zu einem heftigen Streit gekommen sein, in dessen Verlauf die Frau ihren Freund aus der WG warf. Sie habe sich dann, so die Staatsanwaltschaft, zum Schein mit ihm versöhnt und sogar mit ihm geschlafen und ihn dann umgebracht.

Nach Angaben ihrer Anwältin Birgit Schwerdt bestreitet die Angeklagte nicht, ihren Freund umgebracht zu haben. „Die Tötung selbst hat sie schon bei ihrer ersten Beschuldigtenvernehmung gestanden“, sagte sie. „Es geht insbesondere darum, die Hintergründe herauszuarbeiten und das Motiv herauszufiltern.“ Auch vor Gericht werde die Angeklagte sich selbst zu den Vorwürfen äußern. Schwerdt kündigte allerdings an, für die Aussage ihrer Mandantin den Ausschluss der Öffentlichkeit zu beantragen, „weil es da um ihre Privat- und Intimsphäre geht“.

Mit neuem Freund auf dem Grundstück, wo Leiche vergraben war, geheiratet

Noch monatelang soll der Tote im Dachgeschoss des Hauses, in dessen Untergeschoss noch andere Mitbewohner lebten, gelegen haben - bis die Angeklagte im Sommer 2009 in den Urlaub fuhr und ihr nächster Freund im Haus blieb, um auf ihre Katze aufzupassen. Er fand die grausam zugerichtete Leiche - und verscharrte sie später gemeinsam mit seiner Freundin und einem weiteren Bekannten im WG-Garten. Auf dem Grundstück, wo die Leiche vergraben war, soll das Paar später sogar in einer freien Zeremonie geheiratet haben.

Nach dem Verscharren der Leiche soll das Trio die Kleider des Opfers und die Tatwaffe entsorgt und die Blutspuren auf dem Dachboden mit weißer Farbe überstrichen haben. Als Ermittler das Haus fast acht Jahre nach der Tat durchsuchten, fanden sie noch Blutspuren. Die beiden Helfer sind nach Angaben von Staatsanwalts-Sprecher Florian Weinzierl in einem anderen Verfahren vor dem Amtsgericht bereits wegen Strafvereitelung zu Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt worden, haben aber Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt. Am 8. März soll es zur Berufungsverhandlung am Landgericht kommen.

Tat spielte sich wohl schon im Dezember 2008 ab

Die grausame Tat soll sich schon im Dezember 2008 abgespielt haben - doch erst Jahre später, Anfang 2016, kam sie ans Tageslicht. Eine Bekannte der Angeklagten hatte von der Tat gehört und sich an die Polizei gewandt. Die Ermittler fanden die Leiche im Garten der Wohngemeinschaft in Haar bei München. Die Angehörigen des Opfers waren bis zu dem Zeitpunkt davon ausgegangen, der junge Mann sei mit einer neuen Freundin ins Ausland gezogen.

dpa

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