Public Viewing

Halleluja: Fußball-WM in einer Kirche vor den Toren Münchens

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Stoßgebete erlaubt: In der Poinger Christuskirche gibt es erstmals „Public Viewing“.

Erstmals wird es in Poings evangelischer Christuskirche Live-Fußball auf Großleinwand geben: Die Pfarrei bietet zur Fußball-WM „Public Viewing“ an. Um Gemeinschaftsgefühl zu pflegen und um Gutes zu tun. 

Poing – Menschen zusammenbringen, Gemeinschaftsgefühl erleben. Das ist nicht nur bei Gottesdiensten möglich, sondern auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft. „Jeden Sonntag kommen in unserer Kirche verschiedene Menschen zusammen. So wie Religion und Glaube verbindet, so verbindet auch der Sport“, sagt David Scherf. Der Vikar der evangelischen Gemeinde Poing und Pfarrer Michael Simonsen wollen Menschen auch außerhalb von Gottesdiensten zusammenbringen: Zum ersten Mal bietet die Pfarrei in der Christuskirche (Gebrüder-Asam-Straße 6 in Poing-Nord) ein „Public Viewing“ an, zur Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. „Wir hoffen, dass bei uns Menschen jeder Herkunft, jeder Religion, jeden Alters zusammenkommen und gemeinsam ihre Freude am Fußball teilen, gemeinsam feiern oder – hoffentlich aber nicht – gemeinsam traurig sind. Je bunter diese Gemeinschaft ist, umso schöner“, sagen die beiden.

Die Entscheidung für das „Public Viewing“ hätten sie wohl überlegt, erzählt David Scherf: „Wir haben uns darüber unterhalten, ob man dieses Jahr überhaupt guten Gewissens die Fußball-WM verfolgen kann bei all den Problemen, die mit einer WM in Russland und ihrer Vergabe dorthin verbunden sind. Wir waren uns aber schnell einig, dass ein Boykott nirgendwohin führen würde.“ Zumal sportliche Großveranstaltungen auch Chancen mit sich brächten, auf Probleme in dem jeweiligen Land aufmerksam zu machen. Scherf nennt als Beispiel die Fußball-WM und die Olympischen Sommerspiele in Brasilien. „Dadurch sind viele Schwierigkeiten, die das Land hat, in das Interesse der Weltöffentlichkeit gerückt.“

Ähnliches wollen Scherf und Simonsen auch mit dem Angebot in der Christuskirche erreichen. Während der Übertragung der Spiele findet ein Rahmenprogramm statt, unter anderem ein Tippspiel für Erwachsene. Ein Teil aus dessen Erlös wird für die SOS-Kinderdörfer in der Ukraine gespendet.

Gezeigt werden die Spiele je nach Besucherzahl im Gemeindesaal oder im Festsaal. Der Kirchenraum selbst ist während der Übertragungen geöffnet – wer mag, kann dort ein Stoßgebet an den Fußballgott senden oder ihn mit dem Anzünden einer Kerze milde stimmen, sagt David Scherf mit Augenzwinkern. Ebenfalls schmunzelnd fügt er hinzu: „Für den Fall des Ausscheidens der deutschen Mannschaft bin ich ausgerüstet, einen Trauergottesdienst halten zu können.“

Das Motto des „Public Viewings“ in der Christuskirche lautet „Wunder, Würstchen und WM“. „Wunder ist zweideutig gemeint: Einerseits angelehnt an das Wunder von Bern (Fußball-WM 1954, als die deutsche Mannschaft sensationell das Finale gewann, die Red.), andererseits ist natürlich der Glaube und damit die Kirche der Ort, wo es immer wieder um Wunder geht.“ Würstchen vom Grill gibt es bei jeder Live-Übertragung, außerdem kalte Getränke. Sollte es Kindern zu langweilig werden, sind für sie eine Spielecke und eine Torwand aufgebaut.

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