Unhöflich sollen sie auch sein

Rabiater Fahrstil: Germeringerin wütend auf Busfahrer

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Stephanie Reichart gemeinsam mit ihrer Tochter Marie.

Unfreundliche Fahrer, starkes Beschleunigen und Bremsen, Hektik an den Haltestellen - Busfahren in Germering findet Stephanie Reichart schrecklich.

Germering - Stephanie Reichart hat oft Angst, wenn sie mit ihrer dreijährigen Tochter mit dem Bus fährt. Regelmäßig steigt die 29-Jährige mit der kleinen Marie in Germering in den Bus 851. Bevor die Vertriebsmitarbeiterin zur Arbeit fährt, bringt sie ihre Tochter in den Kindergarten. „Normalerweise fahren wir Fahrrad“, sagt Reichart. Derzeit bevorzugen sie öffentliche Verkehrsmittel - wegen der Temperaturen. Doch wohl fühlt sich die 29-Jährige keineswegs im Bus. 

Belehrungen der Fahrer am Morgen

Kürzlich sind Mutter und Tochter wie üblich an der Salzstraße zugestiegen. „Das freundliche ‚Guten Morgen‘ von Marie hat der Fahrer ignoriert“, sagt sie. Als Stephanie Reichart dann einen Fahrschein kaufen wollte, fuhr er sie unvermittelt an. „Er sagte, dass das nicht Einzelfahrschein, sondern Kurzstreckenticket heißt“, sagt sie. „Unmöglich und unhöflich“ findet sie diesen Erziehungsversuch des Busfahrers.

Weil die ersten Sitzreihen besetzt waren, mussten die beiden erst einen Platz suchen. Trotzdem setzte sich der Bus in Bewegung und prompt machte der Fahrer eine Vollbremsung. „Bevor Marie durch den Bus geschleudert wurde, schubste ich sie glücklicherweise noch auf einen Sitz“, erzählt die 29-Jährige.

Marie fährt trotzdem gerne mit dem Bus

Ruckartiges Anfahren und plötzliches Bremsen? Offenbar kein Einzelfall. Mehrfach schon sei ihre Tochter dadurch gegen den Vordersitz geschleudert worden oder habe sich den Kopf gestoßen, erklärt Reichart schockiert. Auch sie selbst bleibt wegen der rasanten Fahrweise solange sitzen, bis der Bus an ihrer Haltestelle stoppt. Deswegen dauert es manchmal etwas länger beim Aussteigen, die Fahrer machen dann laut Aussage der Mutter genervte Bemerkungen. „Zudem bin ich schwanger und die Ausstiegskante ist für meine Tochter ziemlich hoch“, sagt sie.

Es wundert sie, dass Marie noch immer gerne Bus fährt. „In ihren Augen sind die Fahrer Helden ihres Alltags.“ Vor allem die wenigen unter ihnen, die zurück winken und „Guten Morgen“ und „Tschüss“ sagen. Stephanie Reichart hingegen ist wütend. Schon öfter hat sie sich beschwert. „Aber viele Fahrer hören einen ja nicht, weil sie fast durchgehend über ihre Headsets telefonieren“, sagt sie. „Deswegen merken sie es manchmal auch nicht, wenn der Stopp-Knopf gedrückt wird.“

Das sagt der MVV

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt eine MVV-Sprecherin: „Sobald sie im Bus sind, müssen sich die Fahrgäste möglichst schnell setzen. Falls kein Platz frei ist, müssen sie sich zumindest gut festhalten.“ Außerdem sollten Fahrgäste bereits kurz vor ihrer Haltestelle aufstehen und signalisieren, dass sie aussteigen wollen. „Der Zeitplan ist sehr straff, die Fahrer können nicht warten“, sagt die Sprecherin und betont: Telefonieren sei den Fahrern unter keinen Umständen erlaubt - auch nicht mit einem Headset.   

Apropos Ärger mit Bussen: Ein Münchner Busfahrer hat kürzlich eine Irrfahrt hingelegt, die am Ackermannbogen endete.

rm

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