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Jugendliche schießen mit Feuerwerksbatterie auf Frau und Autos – und filmen alles

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Von: Laura May

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Feuerwerks-Batterie, Marke „Street Fun“.
Der 21-Jährige hält die Feuerwerksbatterie in seiner bloßen Hand während er abfeuert./Symbolbild © Florian Adolph

Drei Jugendliche haben am 2. Januar im Ottobrunner Gewerbegebiet mit einer Feuerwerksbatterie quer über den Parkplatz gefeuert – eine Frau konnte gerade noch hinter ihrem Auto in Deckung gehen.

Ottobrunn – Am 2. Januar haben drei Jugendliche im Gewerbegebiet in Ottobrunn mit einer Feuerwerksbatterie quer über den Parkplatz gefeuert. Die drei jungen Männer, inklusive eines 21-jährigen Münchners, trafen sich laut Angaben der Polizei gegen 20.45 Uhr auf dem Parkplatz des Gewerbegebiet an der Zusestraße, um spaßeshalber rumzuböllern.

Böller-Jugend im Gewerbegebiet: Schießt auf Pkw und Passanten

Der 21-Jährige hielt eine Feuerwerksbatterie – das sind diese kleinen Kartons, aus denen bei einmaligem Anzünden gleich viele Raketen hintereinander losgehen – in seiner bloßen Hand, zündete sie an und schoss wahllos quer über den Parkplatz auf Pkw und Passanten.

Eine 47-jährige Frau aus dem Landkreis Ebersberg befand sich zu dem Zeitpunkt in der Schusslinie des Jugendlichen. Sie konnte sich in letzter Sekunde noch hinter ihrem Dacia Logan verstecken und blieb unverletzt, so geht aus den Informationen der Polizei hervor.

Erstaunlicherweise verletzte sich auch der junge Mann nicht, der die Feuerwerksbatterie in bloßen Händen hielt. Obwohl er die explosive Box in seiner Hand anzündete, erlitt er keinerlei Verbrennungen.

Böller-Jugend im Gewerbegebiet: Alles gefilmt und ins Netz gestellt

An dem Pkw der 47-Jährigen entstand ein Schaden von rund 1000 Euro, da die Feuerwerkskörper den Dacia trafen und Brandflecken hinterließen. Die beiden Freunde des 21-Jährigen filmten die Aktion und stellten das Video anschließend ins Netz.

Die Jugendlichen filmten so in gewisser Weise die Beweismittel für ihr eigenes Strafverfahren. Sobald die Polizei eintraf, wurden ihre Handys beschlagnahmt. Passanten hatten zuvor die Polizei Ottobrunn über den Vorfall informiert.

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Böller-Jugend im Gewerbegebiet: Kriminalpolizei ermittelt

Die Beamten nahmen den 21-Jährigen vorübergehend fest, entließen ihn aber noch im Laufe der Nacht. Alkohol konnte nicht festgestellt werden. Durch mehrere Zeugenaussagen und die Handyvideos liegen der Polizei ausreichend Beweismittel vor – weitere Ermittlungen übernimmt die Kriminalpolizei.

Dem 21-Jährigen drohen Anzeigen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und Sachbeschädigung. Ob seine beiden Freunde eine juristische Mitschuld trifft, bleibt noch zu ermitteln.

Böller-Jugend im Gewerbegebiet: Feuerwerk am 2. Januar sowieso verboten

Auch wenn die jungen Männer keine Autos beschädigt oder Menschen gefährdet hätten, wäre die Aktion verboten gewesen – am 2. Januar ist böllern ohnehin verboten. Offiziell darf in Deutschland vom 31. Dezember um 0 Uhr bis zum 1. Januar um 0 Uhr geknallt werden. 

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