Eltern schaffen es nur bis zum Parkplatz

Rasanter Raphael kommt im BMW zur Welt

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Alles bestens überstanden: Mama Barbara und Papa Stefan Eggl mit dem kleinen Raphael – dahinter Gynäkologie-Chefarzt Dr. Ingo Bauerfeind, Dr. Michael Betz, Dr. Michael Schütze und Hebamme Veronika Kaiser.

Mauern - Erst ließ er sich lange Zeit. Dann, eine Woche nach Geburtstermin, hatte es der kleine Raphael Eggl plötzlich ganz eilig. Der Papa raste Richtung Krankenhaus - doch den Kreißsaal erreichten die werdenden Eltern nicht mehr.

Eigentlich sollte Raphael am 19. Oktober das Licht der Welt erblicken. Doch erst am 26. Oktober setzten endlich die Wehen bei Barbara Eggl (34) ein. Gegen sieben Uhr entschied man sich dann „langsam und locker“, wie Papa Stefan (33) erzählt, vom Wohnort Mauern aus in das städtische Krankenhaus Landshut zu fahren. Doch plötzlich pressierte es: „Ich habe meiner Frau angemerkt, dass die Wehen übermäßig stark wurden und wir eigentlich schon längst im Krankenhaus hätten sein sollen“, erinnert sich Stefan Eggl. Panik setzt bei ihm ein, und er drückt bei seinem BMW aufs Gas. Mit Warnblinkanlage düst er über Wang und Bruckberg Richtung Landshut. Man schafft es fast bis ans Ziel - aber eben nur fast. Das Ehepaar kommt gerade noch bis zur Liegendanfahrt des Krankenhauses - keine reguläre Anlaufstelle für Gebärende. „Da bin ich einfach aus dem Auto gesprungen, habe an einer Tür geklingelt und bin zum Auto.“ Als der Papa ankommt, ist auf dem Beifahrersitz die Geburt schon in vollem Gange“. Stefan Eggl: „Ich konnte schon den Kopf erahnen, so schnell ging alles“. Genau in diesem Augenblick kommen zwei Ärzte hinzu, deren Fachgebiete ganz anders gelagert sind: Kardiologe Dr. Michael Betz und Neurochirurg Dr. Michael Schütze. Doch viel zu tun haben die Doctores und eine herbeieilende Schwester nicht mehr. Das jüngste Familienmitglied der Eggls kann es nicht mehr abwarten - und bekommt als erstes in seinem Leben die Innenausstattung eines BMW zu sehen. Nur um die Nabelschnur zu durchtrennen, wurden die Mama und der Neugeborene noch den Kreißsaal gebracht, wo Chefarzt Dr. Ingo Bauerfeind und Hebamme Veronika Kaiser die Nachversorgung übernehmen.

Die Eltern haben bereits Erfahrung mit schwierigen Geburten. Auch beim ersten Sohn, Simon, war die kein Kinderspiel. Bis der heute Zweijährige auf der Welt war, dauerte es eine halbe Ewigkeit. Am Schluss mussten die Ärzte eine Saugglockengeburt einleiten.

Heute geht es der ganzen Familie Eggl gut. Raphael war 52 Zentimeter groß, 3610 Gramm schwer - und ist „ganz ein Braver“, wie die Eltern berichten. Nur an dem BMW ist die Geburt nicht spurlos vorüber gegangen - der ist momentan in der Reinigung. „Für eine Geburt ist so ein Auto ja eher nicht gedacht“, berichtet der Vater, „groß genug war es aber“.

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