Flüchtlinge beschimpft, Pfarrer beleidigt

Rassissmus-Skandal bei der Zornedinger CSU

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Pfarrer Oliver Ndjimbi-Tshiende ist gebürtiger Kongolese, seit 2011 aber deutscher Staatsbürger.

Zorneding - Die CSU in Zorneding verbreitet rassistisches Gedankengut über ein örtliches Magazin. Der Pfarrgemeinderat ist empört und stellt sich öffentlich dagegen.

Die CSU-Ortsvorsitzende Sylvia Boher.

Die Zornedinger CSU-Ortsvorsitz­ende Sylvia Boher liebt das klare Wort. Um ihr Gedankengut zu verbreiten nutzt sie gerne den ZornedingReport, das Magazin ihres CSU-Ortsverbandes.
Das, was der stämmigen Frau jüngst zum Thema Flüchtlinge eingefallen ist, hat indes sogar Parteifreunden die Schamesröte ins Gesicht getrieben – aber nicht allen. Bayern, ließ Boher wissen, werde „in diesen Tagen überrannt. Das, was wir heute erleben, ist eine Invasion“. Oder auch: „Heute wird uns von den Links dominierten Medien weisgemacht, ein Militärdienstflüchtling aus Eritrea ist mit einem Heimatvertriebenen Deutschen des 2. Weltkriegs gleichzusetzen.“ Dies und weitere Hetze gegen Flüchtlinge rief den örtlichen Pfarrgemeinderat auf den Plan. Der forderte in einem offenen Brief, die CSU solle für die Titelseite des ZornedingReport künftig auf die Abbildung der Kirchtürme von Zorneding und Pöring verzichten. Stattdessen solle das Blatt besser den Schriftzug „CSU Zorneding“ tragen, um „eine gewollte oder ungewollte Verwechslung mit der offiziellen Informationsschrift der Gemeinde“ auszuschließen. Zornedings Vize-CSU-Chef Johann Haindl nannte den Pfarrgemeinderat da­raufhin eine „Clique“, sprach von „hinterfotzig“ und von einem „Kasperltheater“.
Für den Ortspfarrer Oliver Ndjimbi-Tshiende hatte Haindl einen ganz eigenen Ratschlag übrig: „Der muss aufpassen, dass ihm der Brem nicht mit dem nackerten Arsch ins Gesicht springt, unserem Neger.“ Zur Erklärung: Alois Brem ist Zornedings Altpfarrer. Der findet seinen Nachfolger übrigens voll in Ordnung – ganz und gar nicht aber die braunen Umtriebe in der örtlichen CSU.

MDU

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