Rathaus Moosinning 

Ständig krank: Kritik an Bürgermeisterin wächst

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Pamela Kruppa (41) ist seit 2008 Bürgermeisterin von Moosinning. 

Herrscht in Moosinning Stillstand, weil Bürgermeisterin Pamela Kruppa zu oft und zu lange krank ist? Diesen Vorwurf erheben einige Bürger. Auch in der Politik rumort’s. Die CSU-Frontfrau weist die Kritik an ihr entschieden zurück.

Moosinning – 2008 hob Pamela Kruppa überraschend SPD-Amtsinhaber Rudi Ways aus dem Moosinninger Rathaussessel. 2014 wurde sie wiedergewählt, im gleichen Jahr kam ihr Kind zur Welt. Seit 2016 fällt die 41-Jährige immer wieder krankheitsbedingt aus. Seit Mai ist sie durchgängig krankgeschrieben. Die Amtsgeschäfte führt seit neun Wochen Manfred Lex. Er übernimmt gemeinsam mit Dritten Bürgermeister Werner Fleischer die öffentlichen Auftritte. Seit Lex in Rente ist, hat der CSU-Politiker dafür Zeit.

In der Bevölkerung wächst der Unmut. Unsere Redaktion erreichte ein anonymer Brief, der darin gipfelt, Kruppa müsse sich überlegen, ob sie als Rathauschefin überhaupt noch geeignet sei. Viele wichtige Projekte stagnierten. Als Beispiele nennen die Autoren die Ganztagsschule und das neue Gewerbegebiet am Isarkanal. An der Erkrankung wird aber nicht gezweifelt.

Auch im Gemeinderat sind einige angefressen. Ein Beispiel: Kruppa nahm am Dienstag zwar an der Gemeinderatssitzung teil, verließ diese aber mit Hinweis auf ihre Gesundheit nach nur drei Tagesordnungspunkten. Dies sorgte für Kopfschütteln.

Im Gespräch mit unserer Zeitung zeigt sich Kruppa verwundert über die Kritik. „Ich bin jetzt neun Jahre im Amt. Nun zwingen mich eine Erkrankung und eine nicht länger aufschiebbare Behandlung zu einer Pause.“ Den Vorwurf, in Moosinning gehe nichts voran, will sie nicht gelten lassen. Zudem könne es gut sein, dass sie in ein bis zwei Wochen dauerhaft ins Rathaus zurückkehrt.

„Obwohl ich krankgeschrieben bin, versuche ich, so viele Aufgaben wie möglich wahrzunehmen.“ Deswegen nehme sie immer wieder Akten mit nach Hause. „Ich bin auch erreichbar. Das weiß man im Rathaus, und auch die Vereine können mich kontaktieren.“ Um die laufenden Geschäfte kümmere sich ihr Stellvertreter bestens.

Zur Ganztagsschule erklärt Kruppa, dass nie davon die Rede gewesen sei, dass sie heuer startet. „Der Beschluss ist zwar da. Wir müssen vorher aber die Grundsatzfrage klären, ob wir dauerhaft beide Schulhäuser in Moosinning und Eichenried erhalten.“ Derzeit arbeite ein Architekt an den Planungen. „Es findet auch ein regelmäßiger Austausch statt, zuletzt erst vorige Woche.“ Hinzu kommt laut der Bürgermeisterin, dass man einen neuen Schulleiter bekomme. „Mit ihm konnte ich noch nicht reden.“ Nächste Woche werde man sich treffen. Kruppa ist zuversichtlich, „dass die Ganztagsschule 2018 startet“. Zudem gebe es alternative Angebote.

Auch beim Gewerbegebiet am Isarkanal könne von Stillstand keine Rede sein. „Tatsache ist aber, dass wir nicht an alle Grundstücke kommen. Ich verhandle darüber immer wieder mit den Eigentümern.“ Kruppa verweist darauf, dass die Erweiterung des Gewerbegebiets Am Bleichbach in trockenen Tüchern sei. „Dort können wir Firmen Flächen bieten.“ In diesem Zuge werde auch der Recyclinghof von der Fehlbachstraße an den Bleichbach umziehen. " Südlicher Landkreis

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