Brutaler Raub in Dornach

Trauer und Bestürzung nach Tod von Azubi Jordan

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Blumen liegen am Tatort am Einsteinring in Dornach.

Trauer und Bestürzung: Nach dem gewaltsamen Tod von Azubi Jordan N. sind Angehörige und Mitarbeiter geschockt. Die Polizei hat schon die Täter festgenommen.

München/Dornach - Der Faustschlag an den Kopf muss ihn völlig überraschend getroffen haben. Mit einer solch tödlichen Wucht, dass es keine Rettung mehr gab: Zwei erst 16-jährige Räuber aus Riem sind für den Tod des 25-jährigen Koch-Azubis Jordan N. in Dornach (Landkreis München) verantwortlich.

Beide sitzen bereits in Stadelheim – wegen des Verdachts des Raubes mit Todesfolge, der Körperverletzung mit Todesfolge sowie des versuchten Mordes durch Unterlassen. Lediglich versuchter Mord deshalb, weil sie Jordan nicht mehr hätten retten können. Das war den Beiden aber zu diesem Zeitpunkt offenbar nicht bewusst. So zogen sie dem hilflosen Azubi eiskalt das Handy und die Geldbörse aus der Tasche und ließen ihn einfach zurück.

Jordan seit fünf Jahren in München

Jordan kam vor fünf Jahren nach München. Seine Mutter lebt in Spanien, sein Vater in München. Zuletzt machte der 25-Jährige eine Lehre als Koch im NH-Hotel München Ost in der Einsteinstraße 20 – ein beliebtes Domizil für Messe-Gäste im Dornacher Gewerbegebiet. Jordan war ein freundlicher, humorvoller Mensch mit Spaß an den schönen Dingen wie Musik, Kunst, Graffiti und Bildbearbeitung. Sein Internet-Profil ist voll von bunten Selfies, in denen er sich selbst zum Spaß ein Mützchen aus Spargelschalen aufsetzte oder Licht-Herzen ins Gesicht projizierte.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag (31. März) arbeitete er bis weit nach Mitternacht, trank mit seinen Kollegen noch ein Feierabendbier und machte sich um 1.30 Uhr zu Fuß auf den Heimweg.

Das Schicksal wollte es, dass er bereits nach wenigen Schritten auf die beiden 16-Jährigen stieß, die ohne einen erkennbaren Grund nachts in dem Gewerbegebiet herumlungerten. Schüler alle beide, die in Riem bei den Eltern wohnten. Ivo (Namen geändert) stammt ursprünglich aus Belgrad, gibt als Beruf im Internet „Boss bei serbische Mafia“ an.

Beide Täter sind polizeibekannt

Sein Freund Naser (Name geändert) hat bosnische Wurzeln, sehr viel Kraft und ist bereits Vater einer Tochter, die er über alles liebt. Im Internet zeigt er sich von seiner weichen Vater-Seite. Polizeibekannt alle Beide, darunter auch Gewalttaten – wie Staatsanwalt Laurent Lafleur von der Staatsanwaltschaft München I bestätigte.

Nach Darstellung der Schüler wollten sie in jener Nacht „Geld abzocken“. Der einsame Koch kam ihnen da gerade Recht. Nach Angaben von Markus Kraus, Chef der Münchner Mordkommission, wurde Jordan von den beiden angesprochen, ohne ihre wahre Absicht zu erkennen. Darum traf ihn der Schlag des bosnischen Schülers auch völlig unvorbereitet seitlich mit einer solchen Wucht, dass er mit einer tödlichen Hirnblutung sterbend zusammenbrach. Die Schüler flohen mit 50 Euro Beute, die Geldbörse entsorgten sie in einem Teich. Keiner von ihnen scherte sich um den hilflosen Jordan.

Als ein Taxifahrer den jungen Koch um 4.40 Uhr fand, war es zu spät. Im Krankenhaus wurde er kurz darauf für tot erklärt.

Trauer und Bestürzung

Die Kollegen von Jordan N. im NH-Hotel München Ost haben die Nachricht über seinen Tod geschockt aufgenommen. „Er war ein geschätzter Kollege, wir alle sind tief bestürzt und traurig über seinen Tod. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und Freunden“, sagte Hotel-Sprecher Murat Ham am Mittwoch zur tz.

Mit den Angehörigen stehe die Hotel-Leitung mittlerweile in Kontakt, es werde jede erdenkliche Hilfe angeboten. Auch den unmittelbaren Kollegen von Jordan im Küchen-Team biete man Begleitung an, um den Verlust des beliebten Kollegen irgendwie verarbeiten zu können. Momentan scheint das noch unmöglich. „Die stille Anteilnahme steht im Vordergrund, wir wollen uns momentan auch nicht weiter dazu äußern“, so Ham weiter. Dass man im Hotel nicht einfach zum Alltag übergehen könne, sei klar. Viele Gespräche und Rücksicht seien in den kommenden Wochen wichtig, bis wieder Normalität im Haus einkehren kann.

Jordan war bei seinen Kollegen sehr beliebt. Umso tiefer sitzt jetzt der Schock über die grausame Tat.

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