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Meiling: Mann ermordet, Frau tagelang eingesperrt

"An Brutalität nicht zu überbieten!" - Er fand die Opfer

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Jörg Altmann fand mit seiner Frau die Opfer.

Meiling/Seefeld - Jörg Altmann, erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Meiling, ist schockiert über den Raubmord von Meiling. Er fand die Leiche des Rentners und die schwer verletzte Frau.

Es ist Montagmorgen um 6 Uhr. Das Licht brennt in dem abgelegenen Haus in Meiling (Seefeld), in dem das Ehepaar K. wohnt. Innen bellt der Hund. „Und ich hörte außerdem ein seltsames Pochen. Das kam mir alles komisch vor.“ So erinnert sich der Zeitungsausträger Jörg Altmann (49) in der tz an die Situation. Er konnte da noch nicht ahnen, dass er ein paar Stunden später mit dem Schlimmsten konfrontiert werden sollte, zu dem Menschen fähig sind: Markus K. (72), der Hausbesitzer, wurde Opfer eines Raubmordes. Seine Frau war zwei Tage lang in der Speisekammer eingesperrt. Sie überlebte schwerverletzt und liegt nun in der Klinik.

Irgendwann in der Nacht auf Samstag brachen die Täter – die Polizei geht von mindestens dreien aus – die Terrassentür auf und bedrohten K. und seine 67-jährige Ehefrau. Kurz darauf schlugen sie auf die Opfer mit einem hölzernen Gegenstand ein, ersten Ermittlungen zufolge mit einer Dachlatte. K. verstarb an den Verletzungen. Seine Frau bekam das nicht mit. Nach ihrer Befreiung am gestrigen Montagmorgen lief sie durch die Wohnung und rief: „Was haben sie geklaut?“, erinnert sich Altmann.

Dass die Frau überlebt hat, liegt an Jörg Altmann und dessen Ehefrau Margot: „Ich bin nach dem Zustellen erst nach Hause zurück, um zu einer christlicheren Zeit gegen 8 Uhr bei K. anzurufen. Vergeblich, niemand hob ab. Danach machte ich mich mit meiner Frau wieder die paar Meter auf zu deren Haus.“

Dort bemerkten sie die eingebrochene Tür. Sie gingen hinein, befreiten die Frau. „Sie hatte am ganzen Körper blaue Flecken“, sagt Altmann. Margot blieb bei ihr, Jörg informierte die Polizei und wartete an der kleinen Abbiegung, von der man über einen Radlweg zum Grundstück gelangt – um die Rettungskräfte einzulotsen.

Jörg Altmann, der der erste Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Meiling ist, ist schockiert über die Tat: „Das ist an Brutalität nicht zu überbieten.“ Er kannte das Paar. Die Frau, „ein engagierter Mensch“, die mit ihrem Hund Lissi Gassi ging, wenn es ihre Füße erlaubten. Ihren ermordeten Ehemann, „ein ruhiger, umgänglicher Herr, der keiner Fliege was zuleide tun konnte“. Das Opfer war fast 30 Jahre lang, bis 2003, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr und somit einer der Vorgänger Altmanns.

Altmann erinnert sich an die Befreiung der Frau: „Sie war in der nur zwei, drei Quadratmeter kleinen Speis eingesperrt. Als sie uns entgegenkam, war sie in der Lage, selbstständig etwas zu trinken. Weil es keinen Schlüssel gab, hat der Mörder einen schweren Tisch davorgeschoben. Ein paar Zentimeter konnte Frau K. ihn von innen wegschieben.“ Dadurch hatte sie zumindest genug Sauerstoff – die Kammer ist fensterlos.

Ob Altmanns Leben jemals wieder wird wie früher? „Wir leben in einer 200-Seelen-Gemeinde. Wer denkt denn an so etwas?“ K.’s Schwager, der gleich gegenüber des Mord-Hauses lebt, steht ebenfalls unter Schock (siehe Kasten unten).

Die Polizei kam an mit Suchtrupp, Hubschrauber, Spürhunden. Fest steht: Die Opfer waren in verschiedenen Zimmern eingesperrt. Die Kriminalpolizei forderte Unterstützung von der Bereitschaftspolizei an, um die Umgebung nach Spuren abzusuchen.

Die Suche nach den Tätern gestaltet sich als äußerst schwierig – denn bisher gibt es keinerlei Zeugen – außer eben der Ehefrau des ermordeten Markus K., aber sie ist laut Polizei noch nicht vernehmungsfähig, sagt Hans-Peter Kammerer, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. „Die Frau ist ansprechbar, aber noch sehr mitgenommen.“ Die Kripo Fürstenfeldbruck hat eine „Sonderkommission Meiling“ mit 25 Beamten eingerichtet. „Es handelt sich um eine Straftat mit hoher Brutalität. Und wir versuchen mit allen Mitteln, sie aufzuklären“, bekräftigt Kammerer. Und er appelliert an die Bevölkerung: „Jede verdächtige Wahrnehmung könnte uns weiterhelfen.“ Damit der brutale Mord wegen ein paar Hundert Euro und einer Handvoll Schmuck nicht ungesühnt bleibt.

Johannes Heininger, Matthias Bieber 

Er liebte den Garten und arbeitete als Mesner

Mordopfer Markus K.

„Er war ruhig und umgänglich und konnte keiner Fliege was zuleide tun“, sagt Zeitungsausträger Jörg Altmann (49) über Rentner Markus K. Der 72-Jährige, der in seinem eigenen Haus zu Tode geprügelt wurde, litt bereits nach tz-Informationen seit zwei Jahren an einer schweren Krankheit. Ein künstlicher Darmausgang machte dem früheren Elektrotechniker das Leben schwer. Wohl auch deshalb war er für die Einbrecher ein fast wehrloses Opfer. Seine Frau Irmgard bleibt mit den traumatisierenden Ereignissen alleine zurück – und das alles wegen ein paar Hundert Euro und Schmuck.

Im Dorf war Markus K. jedem bekannt. Als Mesner kümmerte sich der ebenso hilfsbereite wie gläubige Rentner bis zu seinem Tod darum, dass in der Kirche alles funktionierte.

Gemeinsam mit seiner Frau hat der 72-Jährige gerne im Garten gewerkelt. Seine große Leidenschaft war auch ein alter Traktor, den er liebevoll restaurierte. K. hinterlässt drei Söhne.

Raubmord in Meiling: Bilder von der Suche am Tatort

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