Festnahme in Österreich

Raubüberfall in Meiling: Tatverdächtiger gefasst

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Polizisten suchen im Umfeld des Hauses in Meiling nach Spuren von den Räubern.

Seefeld - Die Polizei hat in Österreich sieben Männer gefasst, die möglicherweise an dem Raubüberfall auf ein älteres Ehepaar in Seefeld (Landkreis Starnberg) beteiligt waren.

In einem Wiener Lokal schlug die österreichische Polizei zu: Die sieben festgenommenen Männer sollen für eine Serie von Einbrüchen und Überfällen in Österreich, Deutschland und der Schweiz verantwortlich sein. Die brutalste Tat spielte sich offenbar in Bayern ab – die aus Rumänien stammende Bande soll auch den Raubüberfall an einem Rentnerehepaar in Meiling bei Seefeld (Kreis Starnberg) begangen haben, bei dem der 72-jährige Markus K. getötet wurde. Das geht aus dem Teilgeständnis eines Tatverdächtigen hervor.

Mit brutaler Gewalt hatten die Täter in der Nacht zum Samstag vor einer Woche auf den 72-jährigen Rentner und dessen 67-jährige Ehefrau eingeschlagen. Sie drangen in deren Haus in Meiling ein, sperrten die beiden in eine kleine Kammer und raubten rund 500 Euro Bargeld und Schmuck. Erst am Montagmorgen fand ein Zeitungsausträger die Opfer. Markus K. war in der Kammer an den Verletzungen gestorben, seine Frau liegt noch immer im Krankenhaus.

Als der Mord am Montag bekannt wurde, war die österreichische Polizei der seit Wochen agierenden Bande offenbar schon auf der Spur. Sie ermittelte gegen die Männer im Alter von 21 bis 48 Jahren im Zusammenhang mit mehreren Einbrüchen und einem Raubüberfall auf ein Einfamilienhaus. Die Masche dabei sei ähnlich gewesen wie in Meiling, sagt Hans-Peter Kammerer vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord. Auch dort hätten die Täter „die Objekte vorher ausbaldowert“ – wie in Meiling, wo ein unbekannter Mann am späteren Tatort mit einem Kanister nach Wasser fragte. „Dann schlugen die Täter zu, obwohl die Bewohner da waren“ – allerdings nur wenn es sich um „leichte Opfer“ handelte, sagt Kammerer.

Der Zugriff in dem Wiener Lokal fand schon am vergangenen Montag statt. Die Bande ist offenbar unmittelbar nach der Tat in Meiling zurück nach Österreich geflohen. Seit Freitag sei man nun mit den österreichischen Kollegen in Kontakt, sagt Kammerer. Denn in einem Teilgeständnis hatte ein 43-jähriger Verdächtiger eine Beteiligung am Raubüberfall in Meiling eingeräumt. Der 43-Jährige passt zudem auf die Täterbeschreibung, die die überfallene Rentnerin der Polizei gegeben hatte.

„Jetzt ist es an uns, Sachbeweise zu finden, die das Geständnis untermauern“, sagt Kammerer. Die Faktenlage sei bislang noch sehr unklar. Die österreichische Polizei ermittelt weiter und will im Laufe der Woche über den Fall informieren. „Wir haben uns entschieden, die Sachlage schon jetzt bekannt zu geben, damit die Menschen etwas durchatmen können“, sagt Kammerer – auch wenn noch viele Fragen offen seien. Die Staatsanwaltschaft München II erwirkte Haftbefehle für die sieben Beschuldigten und betreibt deren Auslieferung nach Deutschland.

Der getötete Markus K. wurde am Samstag in Meiling beerdigt. Angehörige, Verwandte, Freunde, Kollegen und Nachbarn erwiesen dem langjährigen Ortssprecher und Feuerwehrkommandanten von Meiling die letzte Ehre. Seine Frau konnte wegen der Verletzungen nicht an der Trauerfeier teilnehmen. Sein Nachfolger als Feuerwehr-Kommandant Jörg Altmann verabschiedete Markus K. am Grab. Altmann war auch der Zeitungsausträger, der den Überfall bemerkt hatte. Mit stockender Stimme gab er seinem ehemaligen Kollegen den letzten Wunsch mit: „Markus, Ruhe in Frieden.“

dpa

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