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Wegen Raupe „Goldafter“: Beliebter Spazierweg ist gesperrt - Warnung vor allergischen Reaktionen

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Von: Magnus Reitinger

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Durchfahrt und Durchgang verboten gilt derzeit für den Dietlhofer Seeweg in Verlängerung der Römerstraße.
Durchfahrt und Durchgang verboten gilt derzeit für den Dietlhofer Seeweg in Verlängerung der Römerstraße. © Reitinger

Der Dietlhofer Seeweg in Weilheim ist bis auf weiteres gesperrt. Denn eine Eiche an dem beliebten Rad- und Spazierweg ist voller Goldafter, die allergische Reaktionen auslösen können.

Weilheim – Das Sträßchen, das Radler und Fußgänger in Verlängerung der Römerstraße zum Dietlhofer See führt, darf seit einigen Tagen weder befahren noch gegangen werden. Der Grund: An einem Baum dort wurde starker Raupenbefall festgestellt – und zwar durch den Goldafter, einer Trägspinner-Art, deren Raupenhaare und Puppengespinste Hautreizungen und allergische Reaktionen auslösen können.

Bei den Raupen, die die Eiche am Weg befallen haben, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Goldafter.
Bei den Raupen, die die Eiche am Weg befallen haben, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Goldafter. © Stadtwerke Weilheim

Ein Bürger hatte die Stadtwerke vergangene Woche auf die vielen Raupen an der großen Eiche hingewiesen, die stadtauswärts rund 200 Meter nach der Berufsschule direkt am Weg steht und unter der sich auch eine Sitzbank befindet. Baumkontrolleure nahmen die fast kahl gefressene Eiche daraufhin näher unter die Lupe, berichtete auf Anfrage unserer Zeitung am Montag Sebastian Soyer, der stellvertretende Betriebshofleiter. Ob es sich bei den Raupen um Goldafter handelt, sei „nicht tausendprozentig sicher“, aber sehr wahrscheinlich. Eine Antwort der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF), der man Bilder davon geschickt hat, stehe noch aus.

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„Man muss es nicht herausfordern“

Die Bretter der Sitzbank unter der Eiche hat das Kommunalunternehmen umgehend abmontiert, der Weg wurde seitens der Stadt gesperrt. „Eine reine Sicherheitsmaßnahme“, sagt Soyer, denn die Äste der Eiche ragen genau über den Weg, und von diesen könnten Raupen auf Passanten fallen – was dann Hautreizungen nach sich ziehen könnte, „Man muss es nicht herausfordern“, so der Betriebshof-Vize. Weil den Raupen an dem Baum mittlerweile „die Ernährungsgrundlage“ fehle, geht er davon aus, dass sich das Problem binnen einiger Tage erledigt hat und der Weg spätestens kommende Woche wieder geöffnet wird.

Um den gefürchteten, „noch mal aggressiveren“ Eichenprozessionsspinner handelt es sich bei der festgestellten Raupenart „definitiv nicht“, beruhigt Soyer. Ein ähnlicher Befall durch Goldafter sei in Weilheim vor einigen Jahren schon mal festgestellt worden, Näheres dazu ist den Stadtwerken und der Stadt jedoch nicht bekannt.

Befall ist wohl eine Folge des Klimawandels

Laut LWF trat der Goldafter 2001 „in Franken, Schwaben und in Niederbayern in beträchtlicher Dichte“ auf und machte seitdem „immer wieder örtlich, bisweilen auch regional, auf sich aufmerksam“. Im fränkischen Jura fraßen die Raupen 2009 eine Bergahorn-Allee kahl, Gemeindemitarbeiter hätten dort nach Mäharbeiten Hautreizungen und allergische Reaktionen beklagt. In unserer Region ist der Goldafter eher unbekannt. „Aktenkundig“ ist ein starker Befall 2020/21 in Anzing bei Ebersberg. Eine Erklärung dort ist, dass die Population durch die warmen Winter infolge des Klimawandels nicht absterbe.

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