35 Rechte feiern Party in Moosinning

Moosinning/Erding – Nach dem großen Aufmarsch von Rechtsextremen und Neonazis am Samstag voriger Woche in Erding ist es auch diesen Samstag im Landkreis wieder zu einem Treffen der rechten Szene gekommen.

Die Polizei wusste jedoch frühzeitig Bescheid und war mit zahlreichen Kräften vertreten. Ziel war diesmal ein freies Feld nördlich des Fasanenwegs bei Moosinning, wo die Rechten eine Party feierten. Als Initiator gilt der polizeibekannte Neonazi Martin W. (37). Hans-Peter Kammerer, Sprecher der Polizeipräsidiums Ingolstadt, berichtet auf Nachfrage, dass man bei der Aktion vorige Woche in der S-Bahn ein Flugblatt gefunden habe, auf dem die Party eine Woche drauf angekündigt wurde. „Der Staatsschutz der Kripo Erding war also in Alarmbereitschaft“, so der Kommissar.

Am Samstag reisten dann tatsächlich gut 15 Rechte aus dem Großraum München mit der S-Bahn an. Von Aufhausen aus ging es in Privatfahrzeugen nach Moosinning – die Polizei mit 40 Kräften unter der Einsatzleitung des örtlichen Inspektionsleiters Anton Altmann immer auf den Fersen. Ein erste Einschreiten war noch auf dem Bahngelände erforderlich: Bei der Personenkontrolle wurden ein Dolch sowie zwei Flugblätter der „Jagdstaffel 2009 Süd“ sichergestellt.

„In Moosinning haben wir gegen 19 Uhr eine Party ausfindig gemacht. 35 Personen haben sich dort aufgehalten. Die Rechten hatten Biertische und -bänke aufgestellt“, so Kammerer. Es habe sich diesmal tatsächlich um eine Feier gehandelt und nicht um eine Propagandaveranstaltung. Insofern seien den Kräften die Hände gebunden gewesen. „Da wir den Eigentümer des Ackers nicht ausfindig machen konnten, und auf der Wiese keine Straftaten verübt wurde, hatten wir keine Handhabe, ein Hausrecht durchzusetzen“, schildert der Präsidiumssprecher. Hinzu kam, dass die Party an dieser Örtlichkeit keine Außenwirkung hatte. Deshalb habe man das Treffen nicht auflösen können.

Das Party im südlichen Landkreis von Erding könnte ein weiteres Indiz dafür sein, dass der bekennende Neonazi Martin W. dabei ist, sich ein neues Netzwerk aufzubauen. Der heute 37-Jährige war nach seinem Plan, bei der Grundsteinlegung für das Jüdische Zentrum auf dem Münchner Jakobsplatz eine Bombe zu zünden, zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt worden.

Die hat er inzwischen abgesessen. Seither lebt er in Landshut, wo er bei einer Spedition Anstellung gefunden hat. W. trat vor den Beamten als Wortführer auf. Offensichtlich hatte er den Termin logistisch unterstützt. Darauf deutet ein von ihm mitgebrachter Lastwagen hin, der sich allerdings im weichen Untergrund festgefahren hatte. Nachdem es sich um das zweite Treffen Rechter binnen einer Woche gehandelt hat, werden die Erdinger Staatsschützer die Münchner Szene weiterhin genau im Blick behalten.

ham

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