Snowboarder Maximilian Stark

In der Reha die große Liebe gefunden

Maximilian Stark mit seiner Constanze.

Unterhaching - Der Unterhachinger Maximilian Stark muss auch diese Saison verletzungsbedingt abschreiben. Doch die Reha hatte auch ihr Gutes für ihn.

Das alte Jahr ist abgehakt, 2014 kann kommen: Nach der vierten Oberschenkel-Operation binnen zwölf Monaten ist für den Unterhachinger Snowboarder Maximilian Stark auch diese Saison gelaufen, der Traum von einer Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sotschi ausgeträumt. Doch der 22-Jährige gibt nicht auf: „Ich bin ein kleines Stehaufmännchen.“

Am 7. Dezember 2012 hatte sich der für den TSV Unterhaching startende Boardercrosser bei seinem schlimmen Sturz beim Weltcup im österreichischen Schruns/Motafon den rechten Oberschenkel gebrochen und ist gleich operiert worden. Mit diesem Eingriff begann seine persönliche Berg- und Talfahrt - auf erste Fortschritte in der Reha folgten immer neue Rückschläge. „Es ist ein Wunder, dass bei diesem Sturz am Kicker damals nicht viel mehr kaputt gegangen ist. Ich hätte mir zum Beispiel auch den Halswirbel oder die Schulter brechen können“, strahlt der Unterhachinger trotz des langen Leidensweges großen Optimismus aus.

„Bis vor kurzem habe ich wirklich noch fest daran geglaubt, dass ich mit nach Sotschi fahre“, berichtete Stark am Rande der Pressekonferenz des deutschen Snowboard-Teams im MOC in München, stellte die Krücken einen Moment beiseite und lehnte sich an einen der Tische. „Aber egal, wie das jetzt endet, ich habe brutal viel Glück gehabt.“

Wie man’s nimmt: Drei Monate nach der ersten OP brach die dabei eingesetzte Platte „vermutlich wegen eines Materialfehlers“ auseinander, Stark kam am 24. Februar 2013 in der Unfallfall-Klinik in Murnau erneut unters Messer. „Der Knochen war nicht zusammen gewachsen, und der Fuß hat so eine merkwürdige Biegung gemacht“, erzählt der Snowboarder. Die Platte und die Schrauben wurden entfernt, ein Nagel zur Stabilisation eingesetzt. Bei einer Operation am 15. Mai in Murnau „entfernten die Ärzte einen Verriegelungsbolzen“.

Es sah alles ganz gut aus: Stark trainierte in der Reha in Bad Wiessee fleißig, blieb an den Themen Kraft und Koordination dran - und verliebte sich. Weil er wegen des zu hohen Risikos nicht alleine zu seinen regelmäßigen Ausflügen mit dem Rad aufbrechen durfte, stellte ihm die Klinik eine Praktikantin zur Seite: Constanze Kraus, eine ehemalige DSV-Skifahrerin, die ihre Karriere auf den Buckelpisten dieser Welt Anfang 2010 beendet hatte.

„Wir sind uns beim Radeln eben näher gekommen“, freut sich Maximilian Stark, der in der 23-Jährigen zunächst eine große Stütze und dann eine liebevolle Partnerin fand. Stark: „Constanze hat mir natürlich sehr geholfen, aber auch auf meine Familie, meinen Trainer und den Verband war immer Verlass.“

Mitte November ereilte Stark die nächste Hiobsbotschaft: Kaum war er ins Schneetraining eingestiegen, litt er auch schon wieder unter heftigen Schmerzen. Weil der Knochen in seinem operierten Oberschenkel nicht hundertprozentig verwachsen ist.

Wieder ging‘s in die Reha - jetzt arbeitet Stark an einem Comeback in der WM-Saison 2014/15. Bisher ist der Soldat der Sportfördergruppe der Bundeswehr Neubiberg immer wieder zurückgekommen: Sei es nach seinem angerissenen Meniskus 2009, nach der Sprunggelenksverletzung 2011 oder nach der neuerlichen Meniskus-Operation 2012. Und diesmal hat er die Physiotherapeutin immer in der Nähe: Constanze Kraus‘ Prüfungen zum Staatsexamen beginnen Ende Februar. 

Guido Verstegen

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