Ehepaar aus Isen landet in Frankfurt

Rentner verfahren sich – um 400 Kilometer!

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Mit diesem Foto wurde nach dem Ehepaar gesucht.

Isen - Eine unglaubliche Irrfahrt legte ein betagtes Ehepaar aus Isen am Freitag hin: Die beiden (85 und 82) wollten mit dem Auto ihre Tochter im 26 Kilometer entfernten Steinkirchen besuchen, doch sie landeten in Frankfurt.

Knapp daneben ist auch vorbei. Das würden Spötter jetzt sagen, dabei ist die folgende Geschichte in Wahrheit gar nicht lustig. Sie dreht sich um ein betagtes Ehepaar aus Isen im Landkreis Erding, das mal eben die Tochter in Steinkirchen besuchen wollte. 25 Kilometer sind es dahin, schon unzählige Male sind Ulla und Gisbert P. (Namen geändert) die Strecke in ihrem alten VW Polo problemlos gefahren. Nur diesmal kamen die beiden 85 und 82 Jahre alten Rentner nicht in Steinkirchen an.

Doch von vorn. Es ist Freitagnachmittag, gegen 15 Uhr. Der 85-Jährige setzt sich ans Steuer seines Polo, Ehefrau Ulla nimmt auf dem Beifahrersitz Platz. P. startet den VW, der trotz seiner elf Jahre immer noch zuverlässig seinen Dienst tut. Ein Navi hat das Fahrzeug nicht, die P.s haben es auch noch nie vermisst. Es sind ja nur 25 Kilometer.

Als das Rentnerpaar auch nach 20 Uhr noch nicht in Steinkirchen angekommen ist, wird es der Tochter zu viel. Sind die Eltern etwa in einen Unfall verwickelt worden? Ist der alte Polo liegengeblieben? Oder was ist da sonst passiert? Da die Eltern kein Handy dabei haben, bleibt der Tochter gar nichts anderes übrig, als die Polizei zu informieren.

Die Beamten in Dorfen tun ihr Möglichstes. Sie checken alle Unfallmeldungen, fragen alle infrage kommenden Kliniken ab – nichts. Ulla und Gisbert P. sind wie vom Erdboden verschluckt, mit ihnen auch der silberne VW.

Die Tochter macht sich die ganze Nacht hindurch größte Sorgen. Doch auch am Samstagmorgen gibt es noch keine Spur von den beiden Vermissten. Die Polizei setzt jetzt sogar einen Hubschrauber ein, ohne jeden Erfolg allerdings. So vergeht auch der ganze Samstag, ohne dass die P.s irgendwo aufgetaucht wären.

Am späten Abend aber dann doch die ersehnte Entwarnung. Ulla und Gisbert P. sind am Leben, und sie sind unversehrt. Allerdings befinden sie sich an einem Ort, wo sie niemand vermutet hätte: Im 420 Kilometer entfernten Frankfurt am Main! Entdeckt wurde das Ehepaar nur deshalb, weil Gisbert P. einen Lichtmast touchiert hatte und die Polizei bei der Aufnahme der Personalien auf die Vermisstenmeldung gestoßen war.

Riesengroße Erleichterung bei der Tochter in Steinkirchen! Wobei auch Sonntag Abend noch unklar war, wie das Ehepaar über 400 Kilometer weit fahren konnte, ohne zu merken, dass da etwas nicht stimmt. Irgendwo muss Gisbert P. falsch abgebogen und dann halt knapp an Steinkirchen vorbeigeschrammt sein. Aber wie gesagt: Knapp daneben ist auch vorbei …

mdu

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