Nach Volksfestbesuch

Taxler schmeißt Rentner raus - mit dieser Begründung

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Derzeit auf Gehhilfen angewiesen: Walther Gresser.

Ein 89-jähriger Rentner und seine Ehefrau wollten nach dem Volksfestbesuch nach Hause - und wurden aus dem Taxi geworfen. Und das, obwohl der betagte Mann auf Krücken ging.

Dachau– Das Ehepaar Gresser hatte einen schönen Vormittag auf dem Dachauer Volksfest verbracht. Nach dem Mittagessen sollte es wieder Richtung Heimat gehen. Die beiden entschlossen sich, ein Taxi zu nehmen. Eine Dreiviertelstunde warteten die beiden an den Taxiständen in der Ludwig-Thoma-Straße direkt neben dem Ost-Eingang des Volksfestes.

Besonders für den 89-jährigen Walther Gresser eine lange Wartezeit. Denn der Rentner hatte sich zuvor einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen und geht seitdem mit zwei Gehhilfen.

Nach einer knappen Stunde kam schließlich ein Taxi mit Münchner Kennzeichen, in das die Gressers einstiegen. Als sie jedoch ihr Ziel, den nahen Dachauer Ortsteil Etzenhausen, nannten, teilte der Taxifahrer mit, dass er Dachauer Fahrgäste nicht befördern dürfe. Das Paar stieg wieder aus und wartete erneut eine Dreiviertelstunde, bis schließlich ein Bekannter vorbeikam und es heimfuhr.

Grundsätzlich gilt bei Taxifahrten die Beförderungspflicht. Nur in Ausnahmefällen wie stark alkoholisierten oder aggressiven Kunden darf der Taxifahrer die Fahrt verweigern. Da beides offenkundig nicht auf die Gressers zutraf, hätte der Fahrer sie also mitnehmen müssen.

Die Gressers vermuten daher, dass sie aufgefordert wurden, auszusteigen, weil eine solch kurze Fahrt finanziell für das Taxiunternehmen nicht rentabel wäre.

Das würde jedoch gegen die Beförderungspflicht verstoßen, so Christian Moretti, Vorsitzender der Taxi-Vereinigung Dachau. „Für mich klingt die Geschichte des Ehepaars etwas unglaubwürdig. Solche Geschichten hören wir ständig.“ Da jedes Dachauer Taxi schon beim Einsteigen eine Grundpauschale von 3,70 Euro veranschlagt, würde sich selbst eine Fahrt vom Volksfest nach Etzenhausen finanziell lohnen, so Moretti.

Nach der Aussage von Martha Gresser (90) hatte das Taxi ein Münchner Kennzeichen. Fährt ein Taxi zurück in die Stadt, wo der Taxibetrieb seinen Sitz hat, müssen Fahrgäste nicht mitgenommen werden. „Das Taxidachzeichen muss bei einer solchen Rückfahrt jedoch ausgeschalten sein“, so Florian Bachmann vom Taxiverband München.

Im Falle der Gressers kann es sich aber kaum um eine Rückfahrt gehandelt haben. Denn das Taxi hat immerhin gehalten und das Ehepaar einsteigen lassen. Erst als auf die Frage, wohin es gehen soll, die Antwort „Etzenhausen“ kam, musste das Ehepaar aussteigen.

Um den verantwortlichen Taxifahrer zu finden, würde man allerdings das Kennzeichen oder die Konzessionsnummer des Taxis brauchen, so Moretti.

ls

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