Brutaler Übergriff auf Ehepaar

Das sind die Rentner-Räuber von Straßlach

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Kleinwüchsig und absolut bösartig: Adrian C. (li.) und Sebastian D. terrorisierten bei einem nächtlichen Überfall ein betagtes Ehepaar

München - Zwei Männer, die nach eigener Angabe vom Betteln leben, haben ein altes Ehepaar (82 und 89) in dessen Haus misshandelt und ausgeraubt. Die Frau erlitt eine Schädelprellung. 

In ihrem romantischen Haus in Straßlach hatten sich Franz S. (89) und seine Frau Ursula (82) sicher gefühlt. Doch in der Nacht zum 3. Juli erlebten die betagten Eheleute den Horror: Zwei Gangster brachen ein Fenster auf, traten ans Bett, sie schlugen und bedrohten ihre Opfer: „Geld, Geld, Gold, Gold!“

Seit Dienstag müssen sich die rabiaten Räuber vor dem Landgericht München I verantworten. Sebastian D. (37) und Adrian C. (30) stammen aus dem gleichen Dorf bei Brasov (ehem. Kronstadt) in Rumänien. Gelernt haben sie nichts. 2010 kamen sie mit dem Bus nach Deutschland. „Zum Betteln“, sagt Sebastian D.

Er meint wohl zum Klauen: Sechsmal wurde er bei Diebstählen erwischt, fünfmal dafür verurteilt. Adrian C. bringt es „nur“ auf vier Vorstrafen wegen Schwarzfahrens.

Die Eheleute S. hatten Mitleid mit den beiden zerlumpten Gestalten und gaben ihnen einen Job: Für zwei Stunden Gartenarbeit erhielt jeder 30 Euro.

Der „Dank“ der beiden Rumänen: der nächtliche Horror-Überfall. Sie hatten bereits das ganze Haus vergeblich nach Wertsachen durchstöbert, ehe sie an das Bett der schlafenden Eheleute traten. Als sich Ursula S. erschreckt wehrte, kassierte sie einen brutalen Schlag ins Gesicht. Die Verbrecher bedrohten ihre betagten Opfer mit Messern. In Todesangst übergab das Ehepaar 900 Euro aus einem Kuvert sowie 80 Euro aus einem Geldbeutel. Das war den Tätern aber noch nicht genug: Franz S. stöberte in seinem Arbeitszimmer noch 50 Euro auf, mehr war nicht im Haus. Ehe die Verbrecher das Haus verließen, fesselten sie ihre Opfer. Ursula S. konnte sich zum Glück bald befreien und die Polizei alarmieren.

Den Opfern geht es inzwischen nicht mehr gut: Franz S. musste ins Pflegeheim, seine Frau macht eine Kur. Als Zeugen werden sie nicht gebraucht, da die Angeklagten am Dienstag auf Rat ihrer Verteidiger Ingrid Babic und Alexander Kraffczyk ein volles Geständnis ablegten. Das Urteil wird Richter Norbert Riedmann heute verkünden.

Eberhard Unfried

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