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„Riesen Verwaltungsfehler“

Rentner packt MPU im 10. Anlauf – beim Amt folgt böse Überraschung

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Bereits seit 17 Jahren kämpft Walter Kindermann um seinen Führerschein.

Ein Ebersberger verliert seinen Führerschein, muss zur Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) und schafft sie im zehnten Anlauf. Warum er seine Fahrerlaubnis trotzdem nicht wieder bekommt: 

Ebersberg - „Das Leben ist manchmal ungerecht“, sagt Walter Kindermann (70). „Und bei mir halt schon seit 17 Jahren.“ Von einem „Verwaltungsfehler ohne Ende“ spricht sein Anwalt Lutz Libbertz. Denn was dem Ebersberger widerfährt, ist kaum zu glauben. Ende 1999 verliert Kindermann seinen Führerschein. Seitdem kämpft er darum, wieder ans Steuer zu dürfen. Neunmal ist er durch die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) gefallen. Beim zehnten Versuch hat es geklappt. Den Führerschein bekommt er trotzdem nicht zurück.

Rückblick: Kindermann sitzt vor 17 Jahren mit seinem zuckerkranken Spezl in einem Ebersberger Wirtshaus. Der bricht plötzlich zusammen, hat keine Medikamente dabei. „Da hab ich ihn halt schnell heimgefahren“, sagt Kindermann. Dumm nur: Ein Nachbar beobachtet die beiden Freunde und ruft die Polizei. Alkoholtest, 1,52 Promille, Führerschein weg. „Freilich war das ein Fehler, aber ich hatte keine andere Wahl“, meint Kindermann. Bei seiner ersten Untersuchung sagt er ehrlich wie selbstbewusst: „Ich trink nix mehr.“ Ergebnis: Durchgefallen! Auch beim zweiten, dritten und vierten Versuch scheitert der gelernte Zimmerer an dieser Hürde. Daran ändert sich auch trotz intensiver Vorbereitung nichts. Neunmal lassen ihn die Gutachter durchrauschen. Erst beim zehnten Versuch klappt es. Kosten: 5000 Euro.

Egal! Kindermann darf sich seinen Führerschein wieder holen, dachte er. Das Landratsamt in Ebersberg sieht das anders. Kindermann soll sowohl die theoretische als auch die praktische Prüfung nachholen. Noch mehr Kosten drohen. Auf Nachfrage sagt Sprecherin Evelyn Schwaiger: „Die Fahrerlaubnis-Verordnung besagt, dass trotz bestandener MPU die Befähigung zum Führen eines Fahrzeuges getestet werden kann.“ Kindermanns Anwalt Lutz Libbertz kritisiert: „Das hätte man meinem Mandanten vorher sagen müssen.“

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