Seniorin nicht vernehmungsfähig

Rentnerin fast totgeprügelt: 23-Jähriger bestreitet alles

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Der 23-jährige Andreas C. bestreitet die Vorwürfe.

Die DNA am Tatort belastet den mutmaßlichen Täter, der eine 87-Jährige brutal zusammengeschlagen und ausgeraubt haben soll, doch direkte Zeugen gibt es nicht. Für das Gericht wird es somit schwer, den Räuber zu überführen. 

Ottobrunn – Als es im März an Helga P.s Tür klingelte, vermutete die 87-Jährige aus Ottobrunn (Landkreis München) einen ihrer Verwandten. Doch als sie die Haustür öffnete, stand sie vor einem brutalen Räuber. Er schlug die Seniorin nieder und raubte sie aus. Helga P. hat damals nur knapp überlebt. Bis heute kämpft sie mit den Folgen des Raubüberfalls. Es geht ihr so schlecht, dass sie nicht vor dem Münchner Landgericht aussagen kann. Dort hat Donnerstag der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen.

Andreas C. wirkt freundlich und ist schick gekleidet: weißes Hemd, grauer Anzug, Gelfrisur. Die Tat bestreitet der 23-Jährige. Aber die Staatsanwaltschaft ist sicher: Er hat versucht, Helga P. zu ermorden. Er soll hohe Wettschulden gehabt haben und dadurch finanzielle Probleme. Laut Anklage arbeitete C. als Hausmeister, verbrachte seine Freizeit aber in Wettbüros. Die Schulden konnte er irgendwann nicht mehr begleichen und beging deshalb diverse Einbrüche.

Kann mutmaßlicher Täter überführt werden? Direkte Zeugen gibt es nicht

An ihrer Haustür in Ottobrunn wurde Helga P. im März brutal überfallen. Seit damals ist die 87-Jährige ein Pflegefall.

Drei Taten in Ottobrunn räumte C. ein: In zwei Getränkemärkten und einem Lokal machte er rund 3500 Euro Beute. Zwei weitere Einbrüche und den Überfall auf Helga P. bestreitet der Angeklagte aber. Alles nur Taktik? Für die Staatsanwaltschaft wird es nicht einfach, ihn zu überführen. Denn direkte Zeugen gibt es nicht. Und Helga P. ist als Pflegefall „nicht mehr vernehmungsfähig“, wie das Gericht feststellte. Allein die DNA am Tatort belastet ihn.

Helga P. soll er schwer verletzt haben. Laut Anklage hatte C. sich maskiert und versetzte ihr noch im Türrahmen den ersten Schlag ins Gesicht. So hart, dass die Seniorin eine Treppe herunterstürzte und sich den Kopf an einem Blumenkübel aufschlug. Als sie blutend am Boden lag, soll der Räuber ihre Wohnräume durchwühlt und Schmuck eingesteckt haben. „Ich habe versucht ihn festzuhalten. Dann hat der Mann nach mir getreten“, sagte Helga P. nach dem Überfall. Laut Anklage soll C. versucht haben, sie zu totzutreten – aus Angst, dass sie ihn verraten könnte. Nachdem er flüchtete, wählte sie den Hausnotruf. Der Notarzt rettet sie. Doch sie ist seitdem ein Pflegefall und bettlägerig.

Der Prozess dauert an. 

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