Rentnerin fühlt sich von Spiegel in Gaststätte bedroht

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Der Stein des Anstoßes: Wirt Gabriele Miglietta mit dem Spiegel, der in der Pizzeria an der Wand hängt

Eglharting - Genervte Nachbarn, ein ebenso genervter Wirt und Gäste, die Unterschriften sammeln. Das ist das Szenario für einen schon Jahre andauernden Streit, der auch Gemeinde und Landratsamt beschäftigt. Aktuell geht es um einen Spiegel.

Der Spiegel hängt in der Pizzeria „Punto Pasta“ am Ostring in Kirchseeon, also in der Nähe des S-Bahnhofes und der Bundesstraße. Wirt Gabriele Miglietta versteht die Aufregung seiner Nachbarin nicht, die sich durch den Spiegel an der Wand ständig beobachtet fühle. „Der Spiegel hängst doch schon sehr lange und es gab nie Beschwerden.“

Nachbarin Erna Feichtmeyer, die in einem kleinen Häuschen gegenüber lebt, sieht dies jedoch anders. Sie hat sogar eine Rechtsanwältin eingeschaltet, um sich gegen den Spiegel zu wehren. Dass dieser schon länger an der Wand hängt, bestätigt die Rentnerin. „Doch früher gab es Gardinen an den Fenstern, da konnte man nichts sehen.“ Inzwischen habe der Wirt jedoch Jalousien angebracht. Damit sei ihr Grundstück im Spiegelbild kontrollierbar, so die Rentnerin.

Der Streit um den Spiegel ist jedoch nur die Spitze des Eisberges eines schon länger andauernden Konflikts. Früher war Feichtmeyer sogar Gast im Lokal gegenüber. „Auch mit den Vorgängern hatten wir keine Probleme“, erzählt sie. Begonnen hatte alles, als der Wirt angefangen habe, schlecht über eine weitere Nachbarin in der Straße zu reden, erklärt die Rentnerin. „Dagegen habe ich mich gewehrt.“ Danach beschwerte sich Feichtmeyer unter anderem bei der Gemeinde über nächtlichen Lärm und darüber, darüber, dass der Wirt die Vorgaben für den Betrieb nicht einhalte. Unter anderem gibt es strenge Regelungen für die Öffnungszeiten. Nach 22 Uhr ist Schluss, an Sonn- und Feiertagen ist geschlossen. „Doch daran hält er sich nicht immer“, behauptet Feichtmeyer. Im Dauerstreit sei bei ihr inzwischen „der Geduldsfaden gerissen“. In der Gegend sei sie schon als Quertreiberin verschrien. „Ich möchte aber doch nur meine Ruhe haben.“ Immer wieder wendet sich Feichtmeyer auch an das Landratsamt als die zuständige Behörde. Dort Gehör zu finden, sei „manchmal etwas schwierig“, meint die Rentnerin.

Die Gäste der Pizzeria können den Streit nicht verstehen, so wie Nachbar Dieter Dirscherl, der neben dem Lokal einen DVD-Verleih betreibt, zu Miglietta regelmäßig zum Essen geht und ihn unterstützt. „Er tut keinem was, ist immer hilfsbereit. Ich würde mich nicht so einsetzen, wenn es nicht so wäre.“

Einige Senioren aus der Umgebung haben in der Pizzeria quasi ihren Stammtisch. „Es gibt doch sonst nichts, wo wir hingehen könnten“, sagt eine ältere Dame. Andere Gäste hatten bereits einmal rund 200 Unterschriften gesammelt, um den Wirt zu unterstützen. Der wehrt sich unter anderem gegen die kurzen Öffnungszeiten und andere Vorgaben. Vom Landratsamt hieß es dazu: „Die Öffnungszeiten basieren auf baurechtlichen und immissionsschutzrechtlichen Vorgaben.“ Wenn sich die Situation ändere, etwa durch bauliche Maßnahmen, müsse der Wunsch nach geänderten Öffungszeiten zunächst bei der Gemeinde beantragt und dann im Landratsamt geprüft werden.

Im Streit mit seiner Nachbarin möchte Wirt Gabriele Miglietta jedoch einen Schlussstrich ziehen und denkt über ein Schlichtungsverfahren nach.

Von Robert Langer

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