Am Otto-von-Taube-Gymnasium

Respekt! Gräfelfinger macht mit 13 sein Abi - aber ein Problem gibt es

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Seinen Hobbys kann Jonathan Plenk nach bestandener Abi-Prüfung mit mehr Muße nachgehen. Unter anderem spielt er bei Grün-Weiß Gräfelfing Tennis.

Jonathan Plenk ist 13 Jahre alt und hat gerade Abitur gemacht. Wie geht es weiter für einen, der auf der Überholspur lebt? Und wird auf seinem Zeugnis sein richtiges Alter stehen?

Gräfelfing – So sieht eine kurze Schullaufbahn aus: Im Alter von drei Jahren konnte er lesen, schreiben und rechnen, mit vier Jahren wurde er eingeschult, drei Monate später wechselte er von der ersten in die zweite Klasse, die vierte besuchte er nur zwei Monate, dann ging er auf das Gymnasium. Jetzt hat der Gräfelfinger Jonathan Plenk in Gauting Abitur gemacht. Im Alter von 13 Jahren. In seinem Zeugnis wird keine 1,0 stehen. Es wird eine 2,0 sein – und „damit bin ich komplett zufrieden“, erklärt er gelassen. Eine Eins vor dem Komma wäre schön gewesen, meint er. Aber er sei eben keiner, der sich lange auf Prüfungen vorbereite. „Ich bin so ein Typ, der immer am Abend davor lernt.“

Wie es jetzt weitergeht, ist die große Frage. Welcher Abiturient glaubt nicht, die Welt gehöre ihm? In der Regel dauert es eine Weile, bis die Realität Vorstellungen und Träume erfüllt oder auch gerade rückt. Jonathan Plenk stößt bereits an erste Grenzen: „Alleine reisen kann ich noch nicht“, sagt er. Ihm schwebte ein Auslandsjahr vor, doch dafür sei er noch zu jung. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass er jetzt ohne Pläne dasteht: Er will jetzt erst einmal Mathematik studieren. „Weil ich aber auch das Studentenleben in vollen Zügen mit Gleichaltrigen genießen möchte, will ich anschließend noch ein zweites Studium dranhängen.“

Jetzt plant er erstmal ein Praktikum in der Kirche

Bis zum Start des Semesters will Jonathan Plenk ein Praktikum in der Kirche machen, da er sich sozial engagieren möchte. Seinen Hobbys kann er sich nach den bestandenen Prüfungen nun auch wieder mehr widmen. Er spielt Tennis beim Tennisclub Grün-Weiß Gräfelfing und freut sich, wieder bei Turnieren und Mannschaftsspielen antreten zu können. Für das Klavier, American Football und seine Freunde hat er jetzt ebenfalls wieder mehr Zeit – auch wenn seine Spezis noch die Schulbank drücken müssen.

Dass das mit dem Auslandsjahr nicht klappt, bedauert er. Aber Pläne, auch das hat er bereits gelernt, müssen manchmal den Gegebenheiten angepasst werden. Schon als er die siebte Klasse an der Lukas-Schule in München-Laim überspringen wollte, gab es ein Problem: Das Gymnasium an der Schule war neu, sie hatte noch keine achte Klasse. Also wechselte er auf das private Derksen-Gymnasium in München-Großhadern und blieb wieder einmal nur zwei Jahre.

Ihn zum Abitur zu führen, traute sich nicht jede Schule zu. „Wenn einer das kann, dann wir“, sagte Sylke Wischnevsky, die Leiterin des Gautinger Otto-von-Taube-Gymnasiums. An ihrer Schule gibt es einen Zweig für Hochbegabte. Es ist nicht unüblich, dass Schüler dort etwas früher Abitur machen. Aber einen 13-jährigen Abiturienten hat auch Wischnevsky noch nicht erlebt. Als Jonathan Plenk dort in der zehnten Klasse antrat, warnte die Schulleiterin seine hochbegabten Mitschüler vorab, dass da jetzt einer käme, der fünf Jahre jünger sei als die meisten von ihnen. Heute sagt sie: „Ich bin ganz stolz, dass das so gut funktioniert hat.“ Die anderen Schüler hätten ihn betütelt, und er sei problemlos mitgelaufen.

Nach dem Abi gibt es aber nun doch ein Problem

Nur eine Schwierigkeit hat sich jetzt zum Ende hin ergeben. Die Software des Otto-von-Taube-Gymansiums will sein zartes Alter einfach nicht akzeptieren. Auf dem Papier, auf dem seine Noten der vergangenen zwei Jahre aufgeführt sind, steht ein falsches Geburtsjahr: 2000 statt 2004. „Für das Abizeugnis müssen die noch schauen, wie die das machen“, sagt Jonathan Plenk. Er ist aber zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden wird. Bislang hat sich für ihn immer eine gefunden.

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