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Zwei Menschen sterben bei Unglück

Haus explodiert - Retter traumatisiert: „Immer wieder Spielzeug aus den Trümmern gezogen“

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Ein Bild des Grauens bot sich den zahlreichen Rettungskräften, als sie am Einsatzort in Rettenbach ankamen. Von dem Haus war im Prinzip nichts mehr übrig. 

Der Einsatz nach einer Hausexplosion in Rettenbach war für die beteiligten Feuerwehrleute belastend. Zwei Kommandanten berichten von einem extrem schwierigen Einsatz.

Rettenbach – „So etwas habe ich noch nie gesehen. Unglaublich. Kein Stein stand mehr auf dem anderen“, schildert Schongaus Feuerwehrkommandant Werner Berchtold seine ersten Eindrücke vom Einsatzort in Rettenbach.

„Hauseinsturz“ hieß es am Sonntag um 10 Uhr in der kurzen Alarmierung. Das sei zwar selten, Berchtold habe aber eher mit einer herausgerissenen Wand und gesplitterten Fenstern gerechnet – stattdessen bot sich den Rettungskräften das Bild eines Trümmerhaufens.

Als eine der ersten war die Feuerwehr Bernbeuren mit 45 Einsatzkräften vor Ort. „Solche Einsätze sind für uns, anders als Brände und Verkehrsunfälle, keine Routine, das macht sie so schwierig“, so Kommandant Peter Egner.

Haus in Rettenbach explodiert: Mittags finden die Einsatzkräfte die schwer verletzte Frau

Rund 350 Einsatzkräfte waren insgesamt vor Ort. Polizei, THW, Feuerwehr und Rotes Kreuz. Sie suchten nach Lücken zwischen den Trümmern, riefen hinein, hofften auf Lebenszeichen. Wie viele Menschen vermisst werden, war zunächst unklar.

An einer Hausecke war der Zugang noch möglich. „In dem Bereich fanden wir mittags die schwer verletzte Frau“, erzählt der Bernbeurer Kommandant Peter Egner. Eine erste Erleichterung. Aber die schwierige Suche ging weiter. Mittlerweile stand fest, dass der Ehemann der Verletzten und die Tochter auch im Haus waren.

Von außen arbeiteten sich die Einsatzkräfte Stück für Stück vor. Das Dach musste abgetragen werden, Freiräume geschaffen werden, um herunterzuklettern und weiterzusuchen zu können.

Explosion eines Hauses in Rettenbach: Retter messen regelmäßig Gaskonzentration

„Es war eine einzige Fläche. Man wusste gar nicht mehr, welche Betondecke zu welchem Stockwerk gehörte“, schildert Werner Berchtold. Mit Stützmaterial wurden immer neue Wege für die Retter geschaffen, mit Motorsägen und Baggern Trümmer zur Seite geschafft. Kameras wurden eingesetzt, wo Menschen nicht hinkamen.

Regelmäßig wurde die Gaskonzentration gemessen, damit die Rettungskräfte gefahrlos arbeiten konnten. Warum es zum Hauseinsturz kam, wird noch ermittelt. Der Verdacht auf eine Gasexplosion steht im Raum – auch wenn das Haus selbst keinen Gasanschluss hatte.

„Gas wurde definitiv gemessen, während des Einsatzes allerdings nur in niedrigem Bereich, gegen Abend hat es sich komplett verflüchtigt“, so der Schongauer Kommandant. Woher es kam, ließ sich nicht lokalisieren.

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Haus explodiert: In der Nacht suchen die Hunde im Dunkeln

In der Nacht leuchtete das THW die Fläche aus. Immer wieder wurden die Helfer abgezogen, damit Hunde ungestört nach den Vermissten suchen konnten. Gegen 23 Uhr stellten die Rettungskräfte schweren Herzens fest, dass sie nicht mehr weiter ins Haus vordringen konnten. Die Stützen würden nicht mehr halten, zu groß war die Gefahr für die Helfer. Die Decke wurde noch einmal abgeklopft. Spezielle Mikrofone kamen zum Einsatz. Doch die Rettungskräfte nahmen keine Lebenszeichen wahr.

Trotzdem gruben sie weiter. Gegen Mitternacht wurde der Vater tot aus den Trümmern geborgen, am Montagmorgen auch die siebenjährige Tochter.

Retter in Rettenbach finden zwei Leichen: „Es war traumatisch“

„Es war traumatisch“, berichtet Berchtold. Auch sein Bernbeurer Kollege spricht von einem sehr belastenden Einsatz. „Immer wieder haben wir Kinderkleidung und Spielzeug aus den Trümmern gezogen. Und man weiß ja nicht, auf was man sonst noch stößt“, sagt Peter Egner. „Unser Erfolgserlebnis war, dass wir die Frau zügig gefunden haben. Bei der Bergung der beiden Leichen waren wir, Gott sei Dank, nicht mehr vor Ort.“ Gegen 18 Uhr wurde die Bernbeurer Wehr abgelöst. Die Feuerwehr Schongau war mit 30 Leuten 15 Stunden lang im Einsatz.

Auch wenn alle auf einen anderen Ausgang gehofft hatten: Die Zusammenarbeit mit den anderen Einsatzkräften habe gut geklappt, sagen Egner und Berchtold. Nachbarn stellten Räume für die Retter zur Verfügung, versorgten sie mit Essen und Getränken. Jeder wollte helfen.

Bei einer Explosion in einem Wiener Mehrfamilienhaus sind mehrere Menschen verletzt worden. Die Wiener Polizei vermutet unter den Trümmern noch Verschüttete.

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