Reue vergeblich

Masskrug-Schläger muss acht Monate hinter Gitter

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Erding - Ein Student hat einen Schüler auf dem Herbstfest mit dem Masskrug geschlagen. Dafür wurde er zu einer Haftstrafe von acht Monaten verurteilt.

Offenbar völlig grundlos schlug ein 24-jähriger Student auf dem Erdinger Herbstfest mit einem Masskrug zu. Sein Opfer, ein 17-jähriger Schüler, erlitt Zahnverletzungen, unter denen er heute noch zu leiden hat. Der Angeklagte aus Taufkirchen hat an den Vorfall keine Erinnerung mehr, streitet die Tat aber auch nicht ab. Laut Zeugen führte er mit dem 17-jährigen ein harmloses Streitgespräch über Lederhosen. Besonders aggressiv sei der Student dabei nicht gewesen. Aber als der Schüler zur Toilette wollte, holte er mit dem Maßkrug aus und schlug diesen ins Gesicht seines Opfers. Der ging zu Boden und erlitt neben einer Platzwunde an der Oberlippe vor allem Zahnschäden und Lockerungen der Schneidezähne. Derentwegen ist er heute noch in Behandlung, und Dauerschäden sind laut Attest nicht auszuschließen.

Auch das Opfer kann sich nicht den Auslöser des Angriffs erklären, spricht aber davon, dass zuvor eine „angespannte Stimmung“ herrschte. Nach dem Schlag blieb der Angeklagte „wie erschrocken“ stehen, berichtete ein Freund des Opfers. „Ich bin nicht sicher, ob er überhaupt realisiert hat, was passiert ist“, erklärte der 18-Jährige, der den Täter zum Haupteingang des Bierzelts gebracht und die Polizei benachrichtigt hatte. Zwar war der Student betrunken, erklärte der Beamte, konnte aber noch zur Wiesenwache laufen und habe trotz gemessener 2,6 Promille verstanden, was ihm vorgeworfen wurde.

Auf der Anklagebank gab sich der 24-jährige reuig. Bei seinem Opfer hat er sich mehrmals entschuldigt und wiederholte dies im Gerichtssaal erneut. Außerdem zahlte er bereits 400 Euro Schmerzensgeld, die er mit einem Nebenjob verdiente. Seine Verteidigerin, Rechtsanwältin Sabine Schamriß aus Erding, plädierte vergeblich auf einen minderschweren Fall der gefährlichen Körperverletzung. Dafür spreche die ungewohnt starke Alkoholisierung sowie die positive Sozialprognose und die Tatsache, dass ihr Mandant Ersttäter sei. Ihr Ziel war eine Freiheitsstrafe unter drei Monaten, die nicht im Führungszeugnis stehen würde. Dies könnte seine beruflichen Chancen mindern. Damit wird er leben müssen. Richter Michael Lefkaditis verurteilte den Angeklagten zu acht Monaten Freiheitsstrafe. Als Auflage hat er 2500 Euro in Raten an den Geschädigten als Schmerzensgeld zu zahlen. Ein minderschwerer Fall, so der Richter, sei durch die Alkoholisierung nicht gegeben. Die hätte er vermeiden können. „Alkoholkonsum auf dem Volksfest“, erklärte er, „birgt immer die Gefahr in eine Auseinandersetzung zu geraten“.

gse

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