Raus aus dem Showbusiness

Seinen Hit kennt jeder - heute lebt der Sänger zurückgezogen im Landkreis Dachau

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Landeten mit Zuppa Romana einen Hit: die Band „Schrott nach 8“. Maximilian Geißler im karierten Jacket, auch genannt „Maxwell Smart das Chamäleon“, war Frontman der Band.

Maximilian Geißler war Hitparaden-Stürmer, Detektiv und Gastronom – Heute lebt er zurückgezogen in Röhrmoos im Landkreis Dachau. Seinen Hit kennt jeder.

Großinzemoos –   Er war Frontsänger der Band „Schrott nach 8“ und kam auch mal als Elefant oder Putzfrau auf die Bühne: Maximilian „Max“ Geißler, oder, wie ihn seine Bandkollegen nannten, „Maxwell Smart das Chamäleon“. Der gebürtige Obermenzinger, der heute im Landkreis Dachau lebt, hat „Zuppa Romana“ gesungen. Der Hit ging vor 35 Jahren mit knapp 3,5 Millionen verkauften Singles durch die Decke. Außerdem war der heute 63-Jährige Detektiv, führte die Bar in einer Münchner Nobel-Disco, war Lastwagenfahrer. Heute hat er zu sich selbst gefunden: in Zurückgezogenheit in einem Haus in der Gemeinde Röhrmoos.

Seinen Hit kennt jeder - heute lebt der Sänger zurückgezogen im Landkreis Dachau

„Im Prinzip ist „Zuppa Romana“ nur eine Vertonung einer italienischen Speisekarte.“, erklärt Max Geißler. „Auf „Beirut e Karachi“ reimten wir zum Beispiel „Vongole Veraci“, weil wir davon ausgingen, dass doch eh niemand dem Text zuhört“, erzählt er und lacht. Dass „Zuppa Romana“ so durchstarten würde, hat wohl niemand erwartet. Doch genau das war das eigentliche Ziel der Band. „Zuerst war die Band nur eine Kellerband, da war ich noch gar nicht Mitglied. Dann wollten wir berühmt werden!“ 

Anfangs traf sich die Band im „Alten Wirt“ in Obermenzing, dann wurde ein alter Schweinestall zu einem Proberaum umfunktioniert. Während einer Probe sprang Geißler spontan auf die Bühne und sang ein paar Reime aus dem Kopf. „Das fanden die anderen super. Seitdem war ich Mitglied der Band“, erzählt er. Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte „Schrott nach 8“ im „Rigan-Club“ in Schwabing an einem Dienstagabend, es folgten Auftritte an einem Wochenende im Monat.

„Schrott nach 8“ bei ZDF-Silvestergala: Band traf „Village People“

Von da an ging es steil bergauf. Die Band trat in 35 Fernsehsendungen und in zahlreichen Diskotheken auf. Ein besonderes Erlebnis war die ZDF-Silvestergala, wo die Band Stars wie die „Village People“ („YMCA“) kennenlernte. Doch die für Max Geißler eindrucksvollste Bekanntschaft ist die mit Julian Lennon, dem Sohn des Beatles-Sängers John Lennon. „Ich war Beatles-Fan der ersten Minute, deshalb war es unglaublich, dass ich Julian Lennon kennenlernen durfte!“

Doch Max Geißler war nicht nur Musiker: „Ich habe so viel anderes gemacht!“ Der ehemalige Frontsänger der Band hatte ein dermaßen vielseitiges Berufsleben, dass es nur stückweise geschildert werden kann. Er machte eine Ausbildung zum Zahntechniker, arbeitete dann aber eine Zeit lang in einer Detektei. In dieser Zeit lernte Geißler einen damaligen Barkeeper der P1-Bar in München kennen, von dem er ein Angebot für eine eigene Bar im P1 erhielt. Sofort nahm er an und machte bald einen Umsatz von durchschnittlich 2000 Mark pro Abend. 

„Zuppa Romana“-Sänger hatte eigene Bar im P1 in München

In seiner Bar baute sich eine Szene aus den schillerndsten Persönlichkeiten Münchens auf. „Man kannte mich. Ich war der Max vom P1!“ Zu diesem Zeitpunkt etwa begann seine Musikkarriere, während er als Lastwagenfahrer sein Gehalt aufbesserte. „Mit der Musik verdienten wir leider nicht sehr viel und ich wollte meinen Lebensstandard beibehalten.“ Nachdem sich „Schrott nach 8“ trennte, weil sich die Mitglieder auseinanderlebten, versuchte sich Max Geißler in der Gastronomie als Geschäftsführer. 

Hier findet er Ruhe: Maximilian Geißler fühlt, dass er auf dem Land, zurückgezogen in seinem Haus mit Garten in der Gemeinde Röhrmoos, zum ersten Mal in seinem Leben geerdet ist.  

Außerdem gründete er mit einem Bekannten die Firma „eisenbarth.net“, die Websiten programmierte. Mit der Entstehung der ersten Internet-Browser erlebte das Unternehmen einen Aufschwung und konnte sich vor Aufträgen nicht mehr retten. „eisenbarth.net“ war jedoch bald nicht mehr zeitgemäß, weshalb die Firma verkauft wurde. Mit 59 Jahren hörte Geißler schließlich auf zu arbeiten, denn er merkte: „Ich brauche Ruhe.“

Seinen Hit kennt jeder - heute lebt der „Zuppa Romana“-Sänger zurück gezogen im Kreis Dachau

Also suchte er sich ein großes Grundstück mit einem alten Jagdhaus, das er sanierte und ausbaute. Als er endlich dort einziehen konnte, erzählt Geißler, merkte er, dass er das erste Mal in seinem Leben geerdet sei. Raus aus dem Showbusiness und der Arbeitswelt, rein in das friedliche, ruhige Leben auf dem Land in der Gemeinde Röhrmoos. Der heute 63-Jährige genießt nun die Zeit mit seiner Familie, vor allem mit seinem Enkel- und Patenkind.

Einige heute bekannte Persönlichkeiten waren zumindest während ihrer Schulzeit am Werner-Heisenberg-Gymasium in Garching dort noch unentdeckt unterwegs. 

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