Fall für den Tierschutzverein Dachau

„Schlimmste Tierquälerei“: Völlig verwahrloste Katzen und Hunde aus Wohnhaus befreit 

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Königspudel Nico während der Schur.

Vermutlich jahrelang sind drei Katzen und zwei Hunde in einem Haus in Röhrmoos dahinvegetiert. Am Dienstag wurden die völlig vernachlässigten Tiere befreit.

Röhrmoos/DachauEs ist einer der schlimmsten Fälle von Tierquälerei, den sie jemals erlebt hat. Wie Silvia Gruber, Vorsitzende des Tierschutzvereins Dachau, berichtet, sind am Dienstag in Röhrmoos drei Katzen und zwei Hunde aus einem Haus in Röhrmoos gerettet worden, im letzten Moment. Der Besitzer ließ die Tiere über Monate oder Jahre völlig verwahrlosen.

„Alles war voller Kot und Urin“

Ein anonymer Anrufer gab dem Veterinäramt am Dienstag den Hinweis. Als die Mitarbeiter des Veterinäramtes vor Ort waren, alarmierten sie sofort das Tierheim. „Und sie sagten uns, dass wir das Haus nur in Schutzanzügen betreten können“, berichtet Silvia Gruber. Vier Pfleger des Tierheims machten sich sofort auf den Weg – und trauten ihren Augen kaum. In dem Haus herrschten laut Gruber katastrophale Zustände. „Alles war voller Kot und Urin.“ 

In einem Zimmer waren drei Katzen eingesperrt, jeweils Langhaarige Rassekatzen, mit völlig verfilztem Fell. „Ein Ragdoll-Kater hatte Filzplatten am Körper, die er sich zum Teil von der Haut abgerissen hat“, so Gruber. Auch die beiden Norwegischen Waldkatzen waren in einem katastrophalen Zustand. 

„Abgemagert und ausgetrocknet, mit eingefallenen Augen, das ist ein Zeichen, dass sie länger nichts zu essen und trinken bekommen haben“, außerdem hatten sie kein Wasser zur Verfügung. Ihr Fell war verschmutzt, voller Kot und Urin – „und das wo Katzen doch so reinliche Tiere sind“. Aber sie konnten sich selbst nicht mehr putzen. Die Katzen mussten sofort in die Tierklinik nach Ismaning gebracht werden. Dort bekommen sie nun Infusionen, um sie mit Flüssigkeit zu versorgen. „Bei einer Katze hab ich Bedenken, ob sie es schafft“, sagt Gruber.

Fotostrecke Tiere

„Das ist für die Tiere die Hölle“

Zwei Hunde waren im Haus, ebenfalls mit völlig verfilztem Fell, langen Krallen, „eigentlich Königspudel“, wie sich laut Gruber erst später, nach dem Scheren, herausstellte. Der Kot war hart ins Fell eingewachsen, „die Pfleger dachten zuerst, das wären Steine“. Einer konnte fast keinen Kot mehr absetzen, weil um das After herum alles steinhart war“, erklärt Gruber. Die Hunde haben gestunken, „und das ist für die Tiere die Hölle, ihr Geruchssinn ist ja viel besser als unserer.“ 

Acht Stunden lang wurden die beiden am Dienstag geschoren – „die Schermaschine ist heiß gelaufen“, so Gruber. „Und die beiden waren so brav, und richtig dankbar!“ Am Mittwoch wurden die beiden gebadet – zweimal jeder.

Video: Tierquälerei in Erding

„Das ist schlimmste Tierquälerei“

„Wie in den Haus jemand wohnen konnte“, weiß Silvia Gruber nicht. Aber der Fall ist altbekannt: Der früheren Besitzerin der Tiere wurden schon laut Gruber bereits vor einigen Jahren einige Tiere weggenommen, „sie war wegen Krankheit überfordert, das kann vorkommen“, sagt Gruber. Jetzt hat sich jemand anderes um die Tiere gekümmmert, aber der der jetzige Fall habe mit Vernachlässigung nichts mehr zu tun: „Das ist schlimmste Tierquälerei!“

Der Tierschutzverein hat nun eine Anzeige wegen Tierquälerei gestellt, zudem einen Antrag auf Tierhalteverbot und auf dauerhafte Wegnahme der Tiere. Weil es sich um einen derart massiven Verstoß gegen das Tierschutzgesetz handelt, ist Silvia Gruber zuversichtlich, dass das Gericht ihrem Antrag folgt. „Die Mitarbeiter vom Veterinäramt waren auch entsetzt.“

Bei alledem erstaunt Silvia Gruber, wie lieb die Tiere sind. Auch die Katze waren freundlich und wollten „sogar schmusen“. Wenn sie aus der Tierklinik kommen, werden sie im Tierheim weiter aufgepäppelt. Die Hunde, Nico und Apollo, werden dort schon bestens versorgt.

Grausame Szenen an einem Strand in Italien: Weil Hund „Mia“ nicht ins Wasser will, flippt sein Herrchen völlig aus und versucht ihn im Meer zu ertränken.

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