Runtergelassene Hose bringt sextollen Rentner zu Fall

Kirchseeon - Jahrelang soll es eine Freundschaft gewesen sein. Doch im September 2010 soll es zu einer Straftat gekommen sein. Ein Rentner (70) soll versucht haben, seine Nachbarin (74) in Kirchseeon zu vergewaltigen.

Unter anderem muss sich der Rentner wegen versuchter Vergewaltigung, Bedrohung und versuchter schwerer räuberischer Erpressung vor dem Landgericht München II verantworten. Derzeit ist der Mann, der mit dem Rollator kam, im Bezirksklinikum Haar untergebracht. „Ich hatte eine Untersuchung“, kommentierte er, „und irgendwer hat gesagt, dass ich blöd bin.“

Vor der nun angeklagten Tat hatte der Rentner 95 Tage lang im Gefängnis gesessen. Wegen Gefährdung des Straßenverkehrs sollte er eine Geldstrafe zahlen. Doch das sah er nicht ein, weil er das Urteil ungerecht fand – und rückte dafür lieber ins Kittchen ein. Von Juni bis September 2010. Am Morgen des 23. September 2010 schlug er dann morgens bei der Nachbarin auf und ließ sich von ihr einen Kaffee kochen. Während der 70-Jährige am Küchentisch saß, ging die 74-Jährige, die noch einen Bademantel trug, ins Badezimmer, um sich anzuziehen.

"Ich brauche jetzt eine Frau“

Doch dann soll plötzlich die Tür aufgegangen und der Rentner mit heruntergelassener Hose vor ihr gestanden sein. So steht es in der Anklage der Staatsanwaltschaft. „Was soll das?“, soll die Frau ihn daraufhin angeschrien haben. Der Rentner habe gesagt: „Ich war lange genug im Knast, ich brauche jetzt eine Frau.“ Dann habe er versucht, sie zu vergewaltigen.

Die Nachbarin schaffte es jedoch laut Anklage, sich aus dem Griff des Angeklagten zu befreien. Sie habe ihm einen Schlag mit der linken Schulter versetzt. Dadurch soll sich der 70-Jährige in seiner heruntergelassenen Hose verfangen haben, gestolpert und gegen den Türpfosten gefallen sein.

Die Frau sei aus der Wohnung und in den Hausflur gerannt. Der Mann soll dann wortlos in seiner eigenen Wohnung verschwunden sein. Dort habe er herumgeschrien und der Nachbarin gedroht: „Wenn du mich anzeigst, hast du den letzten Schiss gebrummst.“

Die Anklage listet noch weitere Vorfälle auf. Gleich am nächsten Tag sei es mit den Straftaten weitergegangen. So soll er etwa an ihrer Tür geschrien haben: „Du Drecksau, du dreckige! Mach die Tür auf, sonst hau ich dir die Tür ein. Ich brauch 500 Euro.“ Er habe ihr gedroht, sie „heute noch abzustechen“, wenn sie ihm das Geld und das Auto nicht gebe. Abends habe er sich mit einem Titanmesser vor ihrer Balkontür postiert und ihr erneut mit dem Tod gedroht. Ebenso habe er gedroht, seine Ex-Frau und einen Polizeibeamten umzubringen.

Der Angeklagte hat sich noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Er habe mit der Nachbarin eine Freundschaft gepflegt, sagte er. Diese habe auch eine sexuelle Komponente gehabt. Sechs Jahre lang habe er die Frau ausgehalten: „Ich Vollidiot wie er leibt und lebt, habe ihr alles Geld gegeben.“ Der Prozess dauert an.

Von Nina Gut

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