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Polizei greift Russen bei illegalem Grenzübertritt auf: Sie flohen vor dem Einzug in den Ukraine-Krieg

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Die Bundespolizei hat auf der B2 bei Oberau sechs russische Migranten in Gewahrsam genommen. Drei von ihnen gaben an, aus Furcht vor der drohenden Einberufung zum Militär aus Russland geflohen zu sein.
Die Bundespolizei hat auf der B2 bei Oberau sechs russische Migranten in Gewahrsam genommen. Drei von ihnen gaben an, aus Furcht vor der drohenden Einberufung zum Militär aus Russland geflohen zu sein. © Bundespolizei

In Bayern wurden zwei mutmaßliche Schleuser vorläufig festgenommen. Sie hatten wohl sechs Russen über die Grenze geschmuggelt.

Oberau – In einer Pressemitteilung der Bundespolizei informierten die Beamten am Mittwoch, 4. Januar, auf der B2 nahe Oberau in Bayern zwei mutmaßliche Schleuser festgenommen zu haben. Den Angaben nach hatten sie „offenkundig sechs russische Staatsangehörige mit einem Pkw illegal über die Grenze befördert“.

Mutmaßliche Schleuser festgenommen: Drei Russen auf Flucht vor Kriegs-Einzug

In dem Kleinbus, der auf einer Bundesstraße nahe Oberau von der Bundespolizei gestoppt wurde, befanden sich acht Personen. Während der russische Fahrer und der deutsche Beifahrer sich ordnungsgemäß ausweisen konnten – sie sind in Deutschland gemeldet und wohnhaft – , verfügten keine der weiteren sechs Personen über die erforderlichen Papiere.

Fahrer und Beifahrer gaben an, die Personen in Italien aufgegriffen zu haben und gegen den „kleinen Obolus“ von 20 Euro mit nach Deutschland genommen zu haben. Sie wurden alle auf die Dienststelle in Garmisch-Partenkirchen genommen und eingehend befragt. Dabei stellte sich heraus, dass es um weit mehr als 20 Euro und eine spontane Mitnahme ging. Der Lohn für die Schleuser liege demnach weitaus höher – die Ermittlungen dauern hier an, heißt es in der Pressemitteilung.

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Flucht vor dem Krieg: Russen suchen in Deutschland Unterschlupf

Bei den sechs Personen ohne Papiere handelt es sich um drei Männer, eine Frau und zwei Kinder. Die jungen Männer im Alter von 22, 26 und 29 Jahren gaben demnach an, dass „sie angesichts der bevorstehenden Einberufung zum russischen Militär die Flucht angetreten hätten“, heißt es vonseiten der Bundespolizei. Im Rahmen der Ukraine-Invasion hatte Russland eine General-Mobilisierung in Gang gesetzt. Die 22-jährige Mutter unterdessen sucht mit ihren beiden Kindern nach dem sich bereits in Deutschland aufhaltendem Vater.

Die Geflohenen wurden schließlich an eine Aufnahmestelle für Flüchtlinge weitergeleitet. Die mutmaßlichen Schleuser wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt. Sie müssen nun mit „einem Strafverfahren wegen Einschleusens von Ausländern rechnen“, heißt es abschließend im Bericht der Bundespolizei. (fhz)

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