Er erfährt es von der Ebersberger Zeitung

Der Ryan Gosling aus Kirchseeon bekommt den Grimme-Preis

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Was für ein Coup: Vor einem Jahr hat Ludwig Lehner als Double von Ryan Gosling die „Goldene Kamera“ in Empfang genommen. Keiner hatte zunächst bemerkt, dass es gar nicht der echte Schauspieler war. 

JA. ES. STIMMT! Er kann es kaum glauben: Ludwig Lehner. Von der Ebersberger Zeitung erfährt das Kirchsseoner Double des US-Schauspielers Ryan Gosling, dass er den Grimme-Preis gewonnen hat.  

Kirchseeon – Dieses Mal muss Ludwig Lehner nicht sofort von der Bühne flüchten, den Hinterausgang nehmen, in ein Auto steigen, das mit laufendem Motor auf ihn gewartet hat, und davonbrausen in ein Hotel. Dieses Mal darf der 28-Jährige aus Kirchseeon in Seelenruhe die Auszeichnung entgegen nehmen. Er erhält am 13. April in Marl den Grimme-Preis, Deutschlands bedeutende Fernsehauszeichnung. Das gab das Grimme-Institut am Mittwoch bekannt. 

Im normalen Leben ist Ludwig Lehner Koch in der „Tafelgold“-Kantine der Firma Avnet in Poing. Im zweiten Leben ist er Doppelgänger des kanadischen Schauspielers Ryan Gosling. Als solcher hat er vor einem Jahr für Furore gesorgt: Bei der Verleihung der „Goldenen Kamera“ betrat er als Ryan Gosling die Bühne, holte sich die Auszeichnung für den besten Film („LaLa Land“) ab, in dem der echte Gosling Hauptdarsteller war, und verschwand wieder – so schnell wie möglich, bevor die Gaudi aufflog.

Packendes Unterhaltungsfernsehen

Dass es in Wahrheit Ludwig Lehner war, dieses Geheimnis wurde später gelüftet. Mehr noch: Die Aktion war ein Coup der beiden Fernsehkomiker Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf für deren Sendung „Circus HalliGalli“. Deren Folge mit dem Titel „#GoslingGate“ erhält nun den Grimme-Preis. In der Pressemitteilung des Instituts heißt es dazu: „Die Jury attestiert der Sonderausgabe der Show gleichermaßen packendes Unterhaltungsfernsehen im gewohnten Stil der Sendung wie auch bitterböse Medienkritik.“

Als unsere Zeitung am Mittwochmittag bei Ludwig Lehner anrief, um ihm die Nachricht zu überbringen, wäre ihm beinahe der Kochlöffel aus der Hand gefallen. Er stand gerade am Herd in der Kantine in Poing, seine erste Reaktion: „Echt? Wow! Da bin ich jetzt völlig überrascht. Wow, wie cool!“ Und ja: Das war nicht gespielt oder gedoubelt, sondern seine echte Reaktion. Anschließend rief er seine Cathi an, die er im vergangenen Jahr geheiratet hat, und seine Eltern.

Lehner bleibt Lehner, der Koch 

Seit dem Clou vor einem Jahr habe sich sein Leben ziemlich verändert, erzählt Ludwig Lehner im Gespräch mit unserer Zeitung. Als Ryan-Gosling-Double ist er viel unterwegs, in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. „Ich werde oft für Firmenveranstaltungen gebucht und überreiche Preise“, berichtet er. Oder zu Partys, Eröffnungsfesten et cetera. „Es macht mir immer noch sehr viel Spaß, den Menschen damit Freude zu bereiten“, sagt er. Das hat er auch mit einem Werbespot für Lidl getan, in dem er in einer „LaLa Land“-Persiflage den Ryan Gosling gespielt hat.

Trotz des Rummels ist Ludwig Lehner weiterhin Ludwig Lehner, der Koch, geblieben. „Ich fahre gerne beide Schienen“, sagt er. „Ich koche ja auch gerne.“ Und er ist sein eigener Manager, ein Ein-Mann-Double-Betrieb, sozusagen, zu finden im Internet auf www.ludwiglehner.de und auf Facebook.

Trotz der Liebe zum Kochen und Essen muss er weiter auf seine Figur achten, schließlich gerät der echte Ryan Gosling ja auch nicht körperlich aus den Fugen. „Seit der ,Goldenen Kamera’ habe ich acht Kilo abgenommen“, erzählt er. Unter anderem dank viel Sport.

Seinen großen Traum aber, den hat sich Ludwig Lehner bislang noch nicht erfüllen können: den echten Ryan Gosling treffen. „Ich arbeite noch daran“, sagt er und lächelt verschmitzt.

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