S-Bahn-Unfall: Baum war angesägt

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S6: Zwischen Starnberg und Tutzing ist eine S-Bahn gegen einen Baum geprallt.

Starnberg - Eine umgestürzte Kiefer hat am Freitagnachmittag den Bahnverkehr zwischen Feldafing und Tutzing (Landkreis Starnberg) stundenlang lahmgelegt. Verletzt wurde niemand, die Polizei vermutet einen Anschlag.

Feldafing: S-Bahn prallt gegen Baum

War es ein hundsgemeiner Anschlag, mit dem ein unbekannter Täter Tote und Verletzte in Kauf nahm? Oder war da einfach nur ein nachlässiger Holzfällertrupp zugange gewesen? Das herauszufinden, ist jetzt die Aufgabe der Kripo. Tatsache ist, dass am Freitagnachmittag ein angesägter Baum auf die Oberleitung der Bahnstrecke München – Weilheim zwischen Feldafing und Tutzing gefallen und von einer S6 erfasst worden ist. Dabei war es reines Glück, dass weder der 40-jährige Zugfьhrer noch einer der knapp 60 Fahrgäste verletzt wurden.

Es ist Freitagnachmittag, exakt 14.38 Uhr. Eine mit knapp 60 Menschen besetzte S-Bahn fährt mit rund 90 Stundenkilometern Richtung Tutzing. Bei Bahnkilometer 36 sieht der Zugfahrer plötzlich einen Baum, der in der Oberleitung hängt. Er leitet sofort eine Notbremsung ein, kann den Zusammenprall aber nicht mehr verhindern. Mit ungeheurer Wucht rast der Zug in die Stelle, die Oberleitung reißt ab. Mit beschädigter Frontscheibe kommt der Zug schließlich zum Stehen.

Sofort nach Bekanntwerden des Zwischenfalls macht sich ein Großaufgebot der Feuerwehr mit 120 Mann und etwa 50 Sanitäter auf den Weg. Mühsam mьssen sie sich auf einem Waldweg zu der Unglücksstelle durchschlagen. Die Polizei errichtet derweil in der Feldafinger Kaserne die Einsatzleitung. Als der Strom auf der zweigleisigen Strecke abgeschaltet und die Unglücksstelle geerdet ist, werden die Fahrgäste aus dem Zug geholt. Gegen 17.15 Uhr sind alle schließlich in Sicherheit.

Erste Ermittlungen der Polizei haben derweil ergeben, dass der umgestürzte Baum angesägt wurde – und zwar bereits vor mindestens vier Wochen. Ob da nun ein Holzfällertrupp die Fichte mit dem Stammdurchmesser von etwa 30 Zentimetern mit einem Schnitt markiert und dann das Fällen vergessen hat, oder ob ein perfider Anschlag dahintersteckt, muss jetzt die Kriminalpolizei klären. Polizei-Einsatzleiter Andreas Ruch atmet derweil aber erstmal auf: „Wir sind froh, dass niemandem etwas passiert ist.“

mdu.

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