Ausgerechnet zu Ferienbeginn

S-Bahn-Chaos Richtung Flughafen: Fahrgäste stranden in Freising - ohne Infos

S-Bahnchaos zum Ferienstart: Nichts ging mehr am Montagvormittag bei S1 und S8 in Richtung Flughafen. Ausgerechnet auf dem Weg in die Ferien strandeten viele Fahrgäste im Moment in Freising und Ismaning.

München/Freising - Wie unser Kollege Christoph Hollender am Montag berichtete, fuhren die S-Bahnen S1 und S8 am späten Vormittag bis zum Mittag nur bis Freising bzw. Ismaning. Laut MVV wegen einer Stellwerkstörung. Dieser Umstand war für die Fahrgäste an sich schon nervig genug, doch zu allem Überfluss schien die Informationspolitik der Bahn wieder einmal völlig zu versagt zu haben.

Denn laut Hollender wurde den Fahrgästen - größtenteils handelte es sich um Flugreisende auf dem Weg zum Flughafen und in den Urlaub - erst in Neufahrn mitgeteilt, dass es ab Freising nur mit dem Bus weiterging. Das sei dann so spontan geschehen, dass keiner der Fahrgäste gewusst habe, was los war. In Neufahrn seien dann viele versehentlich ausgestiegen. Um sie daran zu hindern, in die völlig überfüllte S-Bahn wieder einzusteigen, seien die Türen versperrt und die Lichtschranke ausgeschaltet worden. Erst nach lauten Protesten der Fahrgäste habe der Zugführer die S-Bahn wieder aufgemacht. 

In Freising angekommen, sei der Ärger laut Hollender weitergegangen. Der Schienenersatzverkehr sei nirgends ausgeschildert gewesen, von der Bahn habe niemand zur Verfügung gestanden, um Fragen der Fahrgäste zu beantworten. Für rund 100 Fahrgäste kam nach ca. 15 Minuten nur ein Bus. Der konnte lange nicht starten, weil alle hineindrängten und so die Türen blockierten. Wie eng es zugehen musste, kann man sich vorstellen: Die meisten Fahrgäste hatten mindestens einen Koffer dabei.

So ein Chaos, ausgerechnet auf dem Weg in den Urlaub. „Ich bin richtig sauer“, sagt Hollender. „Super, wenn man zum Flug muss!“

Von Seiten des MVV hieß es zum Chaos in Freising nur, dass eine technische Störung vorlag.  Man habe Schienenersatzverkehr mit Bussen und Taxis eingerichtet. Gegen 12.15 Uhr war die Störung dann behoben.

Hollender ist übrigens über eine Stunde zu spät am Flughafen angekommen - noch rechtzeitig, um seinen Flug nicht zu verpassen. Doch andere hätten weniger Glück gehabt. „Ich finde das eine Unverschämtheit.“ Gerade Touristen, die kein deutsch verstehen, hätten bei diesem Chaos keine Chance gehabt. Jede Durchsage sei nur auf deutsch gemacht worden. „Das wirft kein gutes Bild auf München.“  

Rubriklistenbild: © Christoph Hollender

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