Horror für Pendler

Darum wird die S3 gerade zur Sardinenbüchse

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So voll sind die Abteile.

Fürstenfeldbruck - Ellbogen, stinkwütende Fahrgäste: Vor allem der abendliche Berufsverkehr ist für S-Bahn-Pendler aus dem Münchner Westen gerade eine Zumutung. Es herrschen chaotische Zustände. Was dahintersteckt.

Zum Aussteigen braucht man Ellbogen

„Ich bin vieles gewohnt. Aber derzeit ist es unerträglich. Die Leute schieben sich mittlerweile gegenseitig mit den Ellbogen weg, damit sie aussteigen können“, sagt eine 31-Jährige, die regelmäßig mit der S 3 zwischen Gröbenzell und München pendelt. Ein anderer Leser berichtet von einer „unbeschreiblichen Enge“ in der S 3.

Pendler kommen nicht mehr in die S-Bahn

In Pasing sei es am Montagabend zu „tumultartigen Zuständen“ gekommen, weil Fahrgäste nicht mehr in den Züge kamen und auf den nächste warten musste. „Ich wollte ein Bild mit dem Handy knipsen. Leider konnte ich aufgrund der Enge nicht an meine Tasche mit dem Smartphone gelangen, geschweige denn meine Arme für ein Foto heben.“

Nach Streik viele Lokführer im Urlaub

Tatsächlich fallen derzeit immer wieder Verstärkerzüge auf der S 3 aus und tatsächlich liegt das am Personal, wie ein Sprecher der Bahn bestätigt. Indirekt hat der Notstand mit dem einige Wochen zurück liegenden Lokführer-Streik zu tun. Damals haben einige Mitarbeiter viele Überstunden gemacht, um den Betrieb der S-Bahn halbwegs aufrecht zu erhalten. Die nehmen jetzt ihren Urlaub. Dazu kommt, dass gerade Lokführer mit Kindern in den Schulferien frei haben wollen. Normalerweise komme man in den Ferien ohne Taktverstärker zurecht, sagt der Bahn-Sprecher.

Langzüge sollen Chaos entschärfen

Für den Personalnotstand hat einer der Pendler sogar Verständnis. Er versteht nur nicht, warum die Bahn auf der S 3 keine Langzüge einsetzt. Genau das will die Bahn jetzt aber machen, wie der Sprecher ankündigt – und zwar flächendeckend. 

Außerdem verstärken die Baustellen das Problem, wie der Bahnsprecher erklärt. Anders als man meinen könnte, brauche die Bahn mehr Lokführer, wenn gearbeitet wird. Der Inselbetrieb zwischen Bruck und Geltendorf etwa bindet mehr Lokführer als wenn die S-Bahnen regulär pendeln.

Ersatzbusse weniger genutzt als gedacht

Im Schienenersatzverkehr (SEV) hat die Bahn mittlerweile die Busse, etwa zwischen Puchheim und Eichenau, etwas reduziert, wie Hermann Seifert vom Landratsamt berichtet. In den ersten Tagen des SEV war aufgefallen, dass einige nicht gebraucht wurden. Sie stehen als Reserve aber weiter zur Verfügung. Die S 4 ist gesperrt, weil zwischen Bruck und Pasing Gleise und Gleisbett ausgetauscht werden. Das soll bis Mitte September dauern.

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