Säufer entwaffnet Polizist - milde Strafe

München - Schwupp - da war seine Dienstpistole weg! Ein sturzbetrunkener Mann (27) hat einem Kommissar die Waffe geklaut. Nun bekam er vor Gericht seine Strafe.

So schnell konnte ein Polizeioberkommissar aus Bad Tölz gar nicht reagieren, wie ihm ein Trunkenbold die Waffe aus dem Holster zog. Täter Georg M. (27) kann von doppeltem Glück reden: Erstens, weil er nicht erschossen wurde und zweitens, weil er einen milden Richter fand. Der Mechaniker hatte in der Nacht zum 13. September 2011 sturzbesoffen (2,2 Promille) in einer Tankstelle in Bad Tölz einen Streit angefangen. Schließlich kam die Polizei. Die Beamten nahmen Georg M. den Autoschlüssel ab. In diesem Moment klaute dieser dem Oberkommissar (53) die Dienstwaffe aus dem Lederholster! Darauf zogen die drei anderen anwesenden Beamten ihre Waffen. Geschossen wurde zum Glück nicht: Der entwaffnete Beamte stürzte sich auf den Täter und überwältigte ihn.

Georg M. wurde verhaftet, durfte aber drei Wochen später die JVA Stadelheim verlassen. Auf Rat seines Anwaltes Roland Hasl wandte sich der Täter an den Verkehrspsychologen Dr. Matthias Junker, bei dem Georg M. erfolgreich eine Alkoholtherapie machte. „Ich bin trocken“, sagte der Angeklagte stolz. Deshalb fiel das Urteil milde aus: zwei Jahre mit Bewährung! Hasl: „Ich bin froh, dass er den richtigen Therapeuten gefunden hat.“

E. Unfried

Rubriklistenbild: © dpa

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