Sauna-Randale in der Therme Erding

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Im Sauna-Bereich (Symbolfoto) ging's heiß her

München - Vor Gericht die Hosen runterlassen musste ein 31-Jähriger aus Ellwangen. Das Randalieren in der Therme Erding hatte ein teures Nachspiel.

Es war eine feuchtfröhliche, verspätete Weihnachtsfeier. 18 Mitglieder eines Ringervereins aus Ellwangen ließen es sich am 27. Dezember vergangenen Jahres im Saunabereich der Therme Erding gut gehen. Und tranken nicht nur einen Cocktail über den Durst. Doch genau als eines dieser Gläser im Wasser landete, brachte dies das Fass zum Überlaufen. Vor dem Amtsgericht Erding schilderten Angeklagter und Zeuge zwei unterschiedliche Tathergänge. „Ich war schon angetrunken. Und dann ist mir ein Cocktail ins Wasser gefallen. Es kam sofort die Security“, meinte der 31-Jährige zu Richter Aksel Kramer. Nach wenigen Metern in Begleitung Richtung Umkleide sei er geflüchtet, doch nach rund 50 Metern wieder überwältigt worden. Und dabei sei es dann hart zur Sache gegangen - und er übel zugerichtet worden. „Ich hatte Prellungen, ein blaues Auge und einen Kapselriss am rechten Arm“, schilderte er seine Verletzungen. Er selbst habe sich jedoch auch heftig gegenüber dem Sicherheitspersonal zur Wehr gesetzt und dabei einem Mitarbeiter eine Kopfnuss versetzt. „Aber nicht absichtlich“, meinte er.

Der Geschädigte selbst ist derzeit mit der Bundeswehr in Afghanistan. So stützte sich das Gericht auf die Aussage eines Zeugen, der ebenfalls im Security-Team war, berichtet der Erdinger Anzeiger. Der Ellwangener habe sich demnach heftig gewehrt und zudem Schimpftiraden losgelassen. „Die Person hatte kein Schmerzempfinden. Zu viert mussten wir ihn bändigen“, meinte er. Schließlich habe der Angeklagte seinem Kollegen mit einem Kopfstoß an der Lippe verletzt. Die Randale ging auch im Nebenraum weiter, die herbeigerufenen Polizisten legten dem 31-Jährigen Handschellen an. „Ich hatte in der Therme noch nie so einen Fall“, so der Security-Mitarbeiter. Laut den Gerichtsakten hatte sich die Sportlertruppe zuvor schon aufgeführt und sich Getränke über den Kopf gegossen.

Mit einem blauen Auge wollte Kramer den jungen Mann nicht davon kommen lassen. Schließlich hat der 31-Jährige bereits zwölf Verurteilungen vorzuweisen. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung muss der Ellwangener 80 Tagessätze zu je 50 Euro, also insgesamt 4000 Euro, bezahlen. Der Staatsanwalt hatte 90 Tagessätze gefordert. Die heißen Gefechte in der Sauna haben ein teures Nachspiel.

Daniela Oldach

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