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Für 150.000 Euro restauriert: Beliebtes Schloss öffnet nach zwei Jahren wieder für Besucher

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Von: Tanja Brinkmann

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Ein Schloss am Berg.
Ein besonderer Ort: das Schachenschloss, das König Ludwig II. auf 1866 Metern Höhe am Fuß des Wettersteinmassivs errichten ließ. © Eberhard Starosczik/MM-Archiv

150.000 Euro hat der Freistaat ausgegeben, um in den letzten zwei Jahren ein beliebtes Schloss für Touristen zu renovieren. Das Ergebnis können Besucher jetzt auf 1866 Metern Höhe bestaunen.

Garmisch-Partenkirchen – Das Hochgebirge mit allem Komfort genießen, das wollte König Ludwig II.. Deshalb ließ er auf dem Schachen am Fuß des Wettersteinmassivs in 1866 Metern Höhe ein Haus im Stil eines Schweizer Chalets errichten – kein Wunder, bietet dieser Standort doch einen der grandiosesten Ausblicke aufs Werdenfelser Land.

Die fünf Wohnräume im Erdgeschoss – zirbenholzgetäfelt und komfortabel ausgestattet – erinnern an ein alpines Feriendomizil. Im ersten Stock dagegen herrscht orientalische Pracht: Vergoldete, reich ornamentierte Wände, ein Springbrunnen, aufwändig bestickte Hocker und Diwane, ein kostbarer Teppich, üppig verzierte Accessoires wie Räucherpfannen und Kandelaber, durch bunte Glasfenster beleuchtet, fügen sich zum perfekten Abbild eines orientalischen Prunksaals.

Ein orientalischer Prunksaal.
Ein perfektes Abbild eines orientalischen Prunksaals hat Ludwig II. am Schachen geschaffen. © Bayerische Schlösserverwaltung

Es ist etwas Besonderes, was der König hier geschaffen hat. Das ist Philipp Holz, Tourismusmanager der Zugspitz Region GmbH, bewusst. „Das Schachenschloss und auch Schloss Linderhof haben eine enorme touristische Bedeutung für unsere Region, eigentlich für ganz Bayern.“ Deshalb freut ihn enorm, dass das Königshaus in neuem Glanz erstrahlt. Dem kann sich Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU) nur anschließen. Noch hat sie das Ergebnis der Restaurierung nicht gesehen, ist aber „sehr gespannt“ darauf. Mit dem Schachen verbindet sie früheste Kindheitserinnerungen, als sie als junges Mädchen im türkischen Saal vom Licht, das durch die bunt verglasten Fenster fiel, völlig verzaubert war.

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Restaurierung hat über drei Jahre gedauert

Nach zwei Jahren corona-bedingter Schließung hat neben der Berggaststätte Schachenhaus nun auch die beliebte Sehenswürdigkeit geöffnet. „Besucher können wieder auf den Spuren König Ludwigs II. durchs Wettersteingebirge wandern“, teilt Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (CSU) mit. Wer das Schloss besichtigt, sieht zudem das Ergebnis einer äußerst aufwändigen Restaurierung beziehungsweise Rekonstruktion: Über drei Jahre hat die Bayerische Schlösserverwaltung daran gearbeitet, nun sind mit zwölf Diwanen, jeweils sechs Balustradenvorhängen und Hockern sowie 23 rekonstruierten Vorhängen wichtige Teile der prunkvollen Ausstattung des Schachenhauses wieder zu bestaunen.

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Originalstoffe wurden teilweise als Zeitdokument eingelagert

„Die fast 150 Jahre alten originalen Textilien hatten mit der Zeit sehr gelitten“, verdeutlicht Füracker das Problem. So zeigten die Bezüge der Diwane starke Gebrauchsspuren, die eine Restaurierung nötig machten. Da die originalen blau-weiß gestreiften baumwollenen Fenstervorhänge zu sehr beschädigt waren, wurden diese als Zeitdokument eingelagert und originalgetreue Rekonstruktionen angebracht.

Ein historisches Schlafzimmer.
Nach der aufwändigen Restaurierung 150 Jahre alten, historischen Stoffe erstrahlen die kostbaren Textilien wieder in neuem Glanz © Bayerische Schlösserverwaltung

Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten war die Konservierung der Textilien besonders aufwändig. Die Schreiner der Schloss- und Gartenverwaltung Linderhof fertigten maßgeschneiderte Schutzverpackungen aus Holz für die kostbaren Diwane. Sämtliche Transportkisten mussten zunächst über den Balkon mit einem Spezialaufzug vom Obergeschoss nach unten gebracht und dann in die Restaurierungswerkstätten gefahren werden. An zwei Eckdiwanen, die nicht transportiert werden konnten, arbeiteten die Restauratoren über die Sommermonate vor Ort. „Für die erstmalige Restaurierung wurden rund 150.000 Euro investiert“, betont der Minister.

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Interesse von Touristen am Schachenschloss ist groß

Geld, das gut angelegt ist, findet Holz. Das Interesse von Urlaubern, die das Schloss zu Fuß oder mit dem Mountainbike erkunden wollen, ist groß. „Dafür bekommen wir auch gezielt Anfragen“, sagt der Tourismusmanager. Dazu kommt, dass der Schachen eine Etappe im Spitzenwanderweg darstellt, der auf rund 200 Kilometern durch die Vielfalt der Zugspitz-Region führt. Eine durchaus anspruchsvolle Route führt von Mittenwald über den Lautersee und die Wettersteinalm zum Schachenschloss, wo Holz dringend einen Abstecher in den Alpengarten empfiehlt. Nach einer Übernachtung im Schachenhaus führt die nächste, alpine Etappe übers Reintal aufs Kreuzeck. Aber egal, welche Route die Wanderer nutzen, „am Schachen werden sie mit einem traumhaften Ausblick belohnt“, sagt Holz.

Den schätzt auch Koch, für die der Schachen „einer der schönsten Flecken der Welt“ ist. Insbesondere den Blick ins Reintal von „diesem magischen Ort“ aus schätzt die Bürgermeisterin. Für sie hat das Königshaus eben nicht nur touristische, sondern auch persönliche Bedeutung.

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