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Nach brutalen Schafrissen: Wolf als Täter? DNA-Analyse verschafft Klarheit

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Von: Andreas Seiler

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Beschwerlicher Weg: Vom Gudiberg bis ins Gießenbachtal ging es für die Farchanter Schafe von Hans Hibler Anfang Juni. Nun müssen sie vorzeitig zurück ins Tal.
Beschwerlicher Weg: Vom Gudiberg bis ins Gießenbachtal ging es für die Farchanter Schafe von Hans Hibler Anfang Juni. Dann mussten sie vorzeitig zurück ins Tal. © Privat

DNA-Analysen des Landesamtes für Umwelt beweisen Hunde als Verursacher. Aber auch mindestens ein Wolf soll an den Schafsrissen im Ammergebirge im Juli und August beteiligt gewesen sein.

Garmisch-Partenkirchen – Eine erste Untersuchung des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) war bereits zu diesem Ergebnis gekommen. Eine vertiefte DNA-Analyse, vorgenommen vom Senckenberg-Institut, bestätigt es nun: Hunde – nachgewiesen wurden zwei – haben heuer im Juli und August die Schafe zwischen Stepberg und Enning auf Garmisch-Partenkirchner und Farchanter Flur gerissen.

Schafsrisse im Ammergebirge: Hunde nachgewiesen - aber auch Wolf beteiligt

Aber auch ein Wolf war zumindest beteiligt. Bislang gab es diesbezüglich nur Spekulationen. Die Experten des LfU gehen davon aus, dass der Beutegreifer zumindest vor Ort war, möglicherweise als so genannter „Nutznießer“. Konkret konnten DNA-Spuren eines Wolfsrüden nachgewiesen werden. Der Vorfall schlug hohe Wellen. Schafhalter und -züchter sind alarmiert und fürchten um ihre Existenz. Denn der Wolf vermehrt sich im Alpenraum und wird zur zunehmenden Gefahr für die heimische Almwirtschaft.

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Das LfU kommt im aktuellen Fall den Landwirten entgegen. „Aufgrund der nachgewiesenen Wolfsbeteiligung und des engen räumlichen und zeitlichen Zusammenfalls der Ereignisse wird in allen Fällen Schadensausgleich gewährt“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Betroffenen erhalten also Geld als Entschädigung für die getöteten Tiere. Zudem setzt die Behörde auf Prävention. Es wird ein Ereignisgebiet ausgewiesen. In diesem gibt es Förderungen, etwa für Herdenschutzzäune.

Schafsrisse bei Garmisch: Almbauern unzufrieden - „So kann es nicht weitergehen“

Hans Hibler, Chef der Werdenfelser Bergschafzüchter aus Farchant, ist alles andere als zufrieden. Das Resultat der Analyse überzeugt ihn nicht. Denn er und seine Mitstreiter hätten ebenfalls Proben von den gerissenen Schafen an ein Institut geschickt. Und dabei sei herausgekommen, dass ein Hybrid, eine Kreuzungen aus Hund und Wolf, als Verursacher nicht ausgeschlossen werden könne. „So kann es nicht weitergehen“, findet Hibler – und fordert eine Weideschutzzone, in der der Abschuss eines Wolfs möglich ist.

Tierschützerin Tessy Lödermann mahnt indessen, das Thema besonnen zu diskutieren. Man brauche eine vernünftige und umsetzbare Lösung, die dem Tierschutz und den Interessen der Almwirtschaft gerecht wird. Der Abschuss sei nur eine Option. Im konkreten Fall könnte man mit weiteren Untersuchungen die genaue Hunderasse ermitteln.

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