Umbenennung der Carl-Diem-Straße

„Schandfleck“ wird beseitigt

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Schandfleck im Schilderwald: Wegen der Nähe des Sportfunktionärs Carl Diem zur Nazi-Ideologie soll die nach ihm benannte Straße bald aus dem Ortsbild verschwinden. Das hat der Neufahrner Gemeinderat jetzt beschlossen.

Leicht gemacht hat man sich die Entscheidung nicht. Die Umbenennung der Carl-Diem-Straße stand wegen der Sympathie ihres Namensgeber für die Ideologie der Nazis bereits mehrfach zur Debatte. Nun steht fest: Die Schilder müssen weg.

Neufahrn – Die Debatte ging hin und her: War Carl Diem nur ein Mitläufer oder doch überzeugter Nazi? Während für Beate Frommhold-Buhl (SPD) allein die so genannte „Sparta-Rede“ des Sportfunktionärs ausreichte, um Diem die Ehre einer Straßenwidmung zu entziehen, hielt ihn Hans Mayer (CSU) lediglich für „feige“ und für einen, der es sich bequem habe machen wollen in seinem Funktionärssessel.

Diem war seinerzeit maßgeblich an der Organisation der Olympischen Spiele in Berlin beteiligt. Unter anderem zeichnete er für die Einführung des Fackellaufs verantwortlich. In besagter Rede hat der Sportfunktionär die Jugend des NS-Staates „zum finalen Opfergang für den Führer“ aufgerufen.

Letzteres hatte Frommhold-Buhl ausdrücklich als Argument für die aus ihrer Sicht überfällige Umbenennung der Carl-Diem-Straße angeführt. Bürgermeister Franz Heilmeier sah die Sache differenzierter. Neu würde dieser Name für eine Straße sicher nicht mehr vergeben, erklärte der Rathauschef. Für eine Umbenennung müsste allerdings „eine Mittäterschaft nachgewiesen werden“. Gerhard Michels (CDU) sprach sich klar gegen eine Umbenennung aus. Weil man den Anwohnern dadurch einiges zumute, wie er mit dem Hinweis auf Änderungen im Grundbuch und dergleichen mehr deutlich machte. Auch Norbert Manhart (Grüne) gab zu denken, dass man heutzutage wohl keine Straße mehr nach Diem benennen würde. Parteifreund Christian Meidinger sprach sich bei dem Thema für „null Toleranz“ aus.

Als schärfste Gegnerin der Carl-Diem-Straße in Neufahrn erwies sich jedoch Beate Frommhold-Buhl. Sie sprach von einem „Schandfleck“, den es zu beseitigen gelte. Den Antrag auf Umbenennung hatte jedoch ein Bürger gestellt, wie es in den Unterlagen hieß. Am Ende stimmten 13 Gemeinderäte dafür und zehn dagegen.

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