Schattenseiten des Internet: Ernst Bötsch vom Leibniz-Rechenzentrum berät Eltern

Grasbrunn - Über die „Schattenseiten des Internets" hat Ernst Bötsch im Bürgerhaus Neukeferloh aufgeklärt. Bötsch arbeitet im Leibniz-Rechenzentrum Garching, das er nur „Supercomputerzentrum" nennt, ist nebenbei aber viel in Schulen und auf öffentlichen Vorträgen zum Thema Internet unterwegs.

So auch im Neukeferloher Bürgerhaus. Dabei ging es ihm weniger um die Technik, sondern mehr um die Sicherheit im Netz. Dazu hatte er nicht nur eine Vielzahl von Daten gesammelt sondern auch Kurzfilme und eine Powerpoint-Präsentation mitgebracht. Der IT-Spezialist fasste seinen Vortrag kompakt und kompetent zusammen. Für ihn steht der Mensch an erster Stelle, denn jeder ist für sich selbst verantwortlich. Dazu gehört es auch, den Virenschutz auf dem eigenen Computer aktuell zu halten, denn es bedarf eines relativ geringen Aufwandes, sich gegen Viren zu schützen. Das erspart nicht nur einem selbst Probleme, sondern verhindert auch, dass der eigene, dann verseuchte Rechner wiederum schädliche Mails an andere Rechner schickt und damit diese infiziert.

Wichtig für den Computeranwender sei es auch, dass er Vorsicht, Misstrauen und seinen gesunden Menschenverstand walten lasse. Außerdem gilt der Grundsatz, je früher der Schutz einsetzt, umso wirkungsvoller ist er. Das sei genauso, wie wenn Kinder bereits im Kindergarten Verkehrsunterricht erhalten. Deshalb sollten Eltern beim Thema Sicherheit im Internet an Kindern „dran bleiben“.

Dazu gehörten unter anderem regelmäßige Gespräche über die Computernutzung, wie: „Was hast Du heute denn so im Internet gemacht?“ Einfach Interesse zeigen sei wichtig, ist sich der Mitarbeiter im Leibniz-Rechenzentrum der Münchner Universität sicher. Aber alles aktiv mit den Kindern und nicht gegen sie. Und ein PC oder sogar ein eigener Internetanschluss habe in einem Kinderzimmer nichts zu suchen.

Ein weiterer Punkt: Jeder Nutzer habe es selbst in der Hand, was er ins Netz stelle und er müsse sich bewusst sein, dass Daten in den meisten Fällen nicht mehr löschbar sind. Damit seinen diese aber auch eine Steilvorlage für Mobbing. In dem Zusammenhang klärte er auch über das „Recht auf das eigene Bildnis“ auf. Aber nicht nur die eigenen Bilder sollten sparsam hochgeladen werden, sondern ehe jemand Bilder anderer hochlädt, müsse er sich überlegen, ob der Betroffene das auch mag, beispielsweise bei scheinbar lustigen Anekdoten, die dem anderen aber auch peinlich sein könnten.

Vieles in dem Vortrag war bekannt, aber es war gut, sich all diese Dinge mal wieder ins Bewusstsein zu rufen. Nur leider war der Andrang doch eher verhalten, was vielleicht auch an Wetter außerhalb des Internet lag.

Auch interessant

Meistgelesen

Bombenalarm am Gymnasium Tutzing: Polizei gibt Entwarnung
Bombenalarm am Gymnasium Tutzing: Polizei gibt Entwarnung
Gefahr für Autofahrer: Polizei erschießt flüchtigen Stier
Gefahr für Autofahrer: Polizei erschießt flüchtigen Stier
Unfassbar: Mann überfährt Zwölfjährige mit Absicht
Unfassbar: Mann überfährt Zwölfjährige mit Absicht
Flugzeugteil auf Weide gestürzt - das sagt der Landwirt
Flugzeugteil auf Weide gestürzt - das sagt der Landwirt

Kommentare