Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Scheune in Harthausen in Flammen

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Eine Scheune in Harthausen stand am Samstagnachmittag in Flammen.

Grasbrunn - Ein Feuer in einer Scheune in Harthausen hat einen Schaden von 50.000 Euro verursacht. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus.

„Feuer, Feuer!“ – die Schreie von Kindern hatten Wolfgang Mende (64) am Samstagnachmittag aufgeschreckt. Der ehemalige Hauptlöschmeister der Harthauser Feuerwehr schaute aus dem Fenster seiner Wohnung und sah, wie aus der benachbarten Scheune in der Kirchenstraße die Flammen aus dem Dach schlugen.

Eine gewaltige schwarze Rauchwolke stand über der unbewohnten Scheune nahe der Kirche, als der Harthauser Kommandant Markus Mende an der Brandstelle eintraf. Über die Einsatzzentrale forderte er sofort Verstärkung. 68 Einsatzkräfte der Feuerwehren Harthausen, Grasbrunn, Putzbrunn und Zorneding löschten mit mehr als zehn Rohren von allen Seiten – auch von oben über eine Drehleiter. Die 16 mal neun Meter große Holzhalle war bis oben mit Stroh gefüllt. Weil Nachbargebäude zum Teil nur fünf Meter entfernt stehen, konzentrierte die Feuerwehr sich auf den Schutz dieser Wohnhäuser. Trotzdem platzten durch die enorme Hitzestrahlung an zwei Wohnhäusern die Fenster, auch Rolläden schmolzen. Ein geparktes Auto wurde ebenfalls durch die Hitze beschädigt, meldet die Polizei.

Die Feuerwehr konnte den Brand relativ schnell unter Kontrolle bringen, meldet Kommandant Mende. Ein Problem bildeten aber die schwelenden Strohballen, 45 Tonnen hatte der Harthauser Eigentümer und Landwirt Otto Grabmeier, der eine Pferdepension betreibt, in der Holzhalle eingelagert. Die Einsatzkräfte räumten das Stroh in stundenlanger Arbeit aus: Ein örtlicher Bauunternehmer stellte seinen Bagger zur Verfügung, mit mehreren Lastwagen transportierte die Feuerwehr die verbrannten Strohballen aus der Brandruine auf ein Feld des Landwirts.

Aus Sicherheitsgründen legten die Einsatzkräfte das verkohlte Holzgerippe der 1948 erbauten Scheune um. Der ABC-Zug der Feuerwehr brachte aus Haar einen Beleuchtungsanhänger. Die Arbeiten dauerten bis Mitternacht. Die Polizei sperrte die Ortsdurchfahrt. Am Sonntagmorgen um fünf Uhr musste die Feuerwehr erneut Glutnester an der Brandstelle und auf dem Feld löschen.

Eigentümer Otto Grabmeier schätzt den Schaden an der abgebrannten Scheune auf 50 000 Euro. Er erfuhr bei einem Ausflug in den Bergen von dem Feuer und eilte mit seiner Frau sofort an die Brandstelle. „Zum Glück gab es keine Verletzten“, sagt der Landwirt. Der Brandfahnder der Polizei ermittelte, dass zwei Kinder aus der Ortschaft in der Scheune gespielt hatten. Wie der Junge und das Mädchen im Alter zwischen acht und neun Jahren später einräumten, hatten sie gezündelt. Laut Polizei war den Kindern das Spiel mit dem Feuer außer Kontrolle geraten, so schnell hatte das Feuer um sich gegriffen. Die Kinder rannten aus der Scheune und riefen um Hilfe. Beide sind strafrechtlich nicht zu belangen, teilte die Polizei mit.

Charlotte Borst

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