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Ist Schliersee ein Falschparker-Paradies für Ausflügler? Gemeinde kontrolliert laut Grünen viel zu wenig

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Von: Klaus-Maria Mehr

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Unkontrolliertes Chaos: Ob Parkverstöße wie hier in Fischhausen, aber auch Geschwindigkeitsüberschreitungen, hinreichend kontrolliert werden, wollen die Grünen im Schlierseer Gemeinderat wissen.
Unkontrolliertes Chaos: Ob Parkverstöße wie hier in Fischhausen, aber auch Geschwindigkeitsüberschreitungen, hinreichend kontrolliert werden, wollen die Grünen im Schlierseer Gemeinderat wissen. © archiv tp

Wird der Verkehr in Schliersee zu wenig kontrolliert? Diese Frage stellen sich die örtlichen Grünen, und zumindest die gefühlte Antwort lautet Ja. Sie wollen mehr Kontrollen.

Schliersee – Seine Erläuterungen kleidete Bernd Mayer-Hubner in ein Kurzkabarett: „Ich bin passionierter Falschparker“, ließ der Grünen-Fraktionssprecher seine Kollegen im Gemeinderat wissen. Wenn er im Sommer mit dem Auto nach Fischhausen zum Baden fahre und nur noch auf dem Gehweg Platz zum Parken ist, „dann mache ich eine Risiko-Analyse: Wie hoch ist die Schadenserwartung? 55 Euro. Wie hoch ist die Schadenswahrscheinlichkeit? Eher gering.“ Diesen Eindruck hätte er gerne „mit Zahlen untermauert“, und diese soll die Gemeinde liefern. Dem entsprechenden Antrag stimmte der Gemeinderat zu, womöglich wird nächstes Jahr erneut über das Thema zu reden sein.

Beitritt zum Zweckverband? Rathaus sieht keine Veranlassung

Schliersee und Hausham sind die einzigen Gemeinden im Kreis Miesbach, die den Zweckverband Kommunale Dienste Oberland nicht mit der Überwachung des Verkehrs beauftragen. Um Werbung für seine Angebote zu machen, war Geschäftsführer Michael Braun vor zwei Jahren im Schlierseer Gemeinderat vorstellig geworden und verlies die Sitzung recht zuversichtlich, dass Schliersee seinem Verband bald beitritt. Das Rathaus sollte abwägen und entschied sich gegen den Beitritt. Die Gemeinden setzt weiterhin auf einen privaten Anbieter. „Mit diesen sind wir sehr zufrieden, sowohl preislich als auch mit der Leistung“, sagt Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) auf Anfrage.

Waas: Andernorts wird viel mehr kontrolliert - mit Erfolg

Die Grünen scheinen diese Zufriedenheit nicht zu teilen. Gerhard Waas ergänzte Mayer-Hubners Einlassungen um die Überwachung des fließenden Verkehrs. „Ich fahre ja viel mit dem Auto, aber in Miesbach und Bad Heilbrunn, da trefft Ihr mit nicht mehr zu schnell an. Ich lasse mich auch erziehen“, berichtete er. In den genannten Kommunen steht gerne auch der Blitzer-Anhänger des Zweckverbands, gleiches gilt unter anderem für Weyarn. Das Gerät kann logischerweise viel länger überwachen als ein Kontrolleur aus Fleisch und Blut. Ganze zwei Stunden pro Monat bucht Schliersee eine Überwachung des fließenden Verkehrs, acht Stunden sind es Schnitzenbaumer zufolge beim ruhenden. Wobei immer Sommer mehr kontrolliert wird, dafür etwa November und Dezember weniger.

An der Notwendigkeit einer intensiveren Überwachung haben die Grünen wenig Zweifel. Waas nannte die Bundesstraße durch Neuhaus als Beispiel – dort sind auch Kinder unterwegs – und fügt auf Anfrage auch die 20er-Zone vor dem Kindergarten an der Lauterer Straße hinzu. Und er nennt auch das Beauftragen des Zweckverbands als Option, was im Gemeinderat selbst allenfalls am Rande zur Sprache kam.

Rathaus soll Daten sammeln und Übersicht erstellen

Was zur seitens der Grünen gewünschten Datensammlung unbedingt dazu gehören muss, ist ein Vergleich mit anderen Orten, eben Miesbach oder auch Rottach-Egern, dass Waas zufolge „ganz ähnliche Probleme“ hat. In Schliersee waren die Verstöße, insbesondere beim Parken, speziell zur Corona-Pandemie überdeutlich geworden, in Fischhausen zum Beispiel, aber auch im Josefstal. Die Gemeinde behalf sich zunächst bei Markierungen und Schildern. Ob auch mehr Kontrollen nötig sind, wird wohl der Gemeinderat entscheiden, wenn die Daten aus dem Rathaus vorliegen.

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