"Schlimmste Nacht seit der Hagelwalze"

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Wegen des Unwetters wurden 300 Personen vom Bürgerfest ins Rathaus evakuiert.

Landkreis - „Das war die schlimmste Nacht seit der Hagelwalze 1984“, meinte der Zornedinger Bürgermeister Piet Mayr am Sonntagvormittag. Was als Bürgerfest begann, endete im Unwetterchaos. Das Zornedinger Rathaus diente als Notunterkunft. Es entstand Millionenschaden.

Der deutsche Wetterdienst hatte zweimal eine Unwetterwarnung herausgegeben. „Beim zweiten Mal hat’s dann richtig gekracht“, berichtet Kreisbrandrat Gerhard Bullinger. „Besonders schlimm hat es Zorneding und Pöring getroffen.“ Das Zornedinger Bürgerfest musste evakuiert werden, Bürgermeister Piet Mayr beherbergte im Rathaus etwa 300 Personen. „Zuvor hatten die Leute noch versucht, das Festzelt festzuhalten. Aber das wurde dann zu gefährlich“, so der Bürgermeister.

Schwere Unwetter: Bürgerfest in Zorneding evakuiert

Das Unwetter kam schlagartig. „Die Musiker konnten ihre Instrumente und die Bühnentechnik nicht mehr retten“, so Mayr. „Allein auf dem Bürgerfest ist ein Schaden zwischen 250 000 und 300 000 Euro entstanden“ so Bullinger. Insgesamt erreiche der Schaden Millionenhöhe.

Überflutung: Jugendliche konnten in Unterführung schwimmen

„Dass es keine Toten gegeben hat, war Glück“, berichtet der Kreisbrandrat. „Es muss sich eine Art Windhose gebildet haben“, meinte er angesichts der zahlreichen, umgestürzten Bäume. „Sie fielen teilweise auf Autos. Eine eingeklemmte Person musste aus einem solchen Fahrzeug befreit werden“, schildert Bullinger.

Insgesamt waren 230 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Zorneding, Pöring, Eglharting, Kirchseeon Dorf und Markt, aus Ebersberg, Egglburg, Gelting, Pliening, Parsdorf, Vaterstetten, Neufarn, Poing und Markt Schwaben im Einsatz.

„Die Zornedinger Unterführung war derart überschwemmt, dass alkoholisierte Jugendliche dort drin schwimmen konnten“, so der Kreisbrandrat. Auch zahlreiche Keller und Tiefgaragen mussten leergepumpt werden.

Leitstelle war teilweise überlastet

„Zum Teil laufen die Einsätze jetzt noch“, berichtete der Ebersberger Kommandant Uli Proske am Sonntagvormittag. Das Ebersberger Weinfest war ebenfalls um 22.30 Uhr schlagartig zu Ende. Die einsetzenden Starkregenfälle trieben die Besucher auseinander, zum Umziehen ins Trockene war es zu spät.

Gefährlich: In Zorneding war ein Baum auf einen Stromverteilerkasten gekracht. Die Feuerwehr bildete im Zornedinger Gerätehaus eine Einsatzzentrale, während die Bürger ins Rathaus evakuiert und dort versorgt wurden. „Die Leitstelle war teilweise überlastet“, berichtete Bullinger, obwohl dort 12 Notrufe gleichzeitig angenommen werden können. „Da sind bestimmt ein paar nicht durchgekommen“, vermutet er. „Wir waren an der Kapazitätsgrenze.“

„Der Rathauspark ist ziemlich verwüstet“, berichtete Piet Mayr am nächsten Tag. Da waren alle noch beschäftigt, die Spuren des Unwetters der Nacht zuvor zu beseitigen. Schließlich stand in der Gemeinde die Einweihung der neu gestalteten Christophoruswiese an. Dabei schien die Sonne, wie wenn nichts gewesen wäre.

Von Michael Seeholzer

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