Polizei legt Betrüger das Handwerk

Schmuddelportal-Surfen auf Mamas Kosten

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Symbolfoto

Tutzing - Surfen auf Schmuddel-Portalen auf Kosten von Mutter, Vermieter, Kollegen und Freunden: Das hat ein 27-jähriger Tutzinger drei Jahre lang gemacht. Jetzt hat ihn die Polizei erwischt. Schaden: bis zu 15 000 Euro.

Es war ganz einfach. Ein 27-jähriger Handwerker aus Tutzing surfte auf Erotik-Portalen im Internet, guckte Filme und chattete mit mehreren Damen. Und wenn es ans Zahlen ging, tippte er nur die Kontoverbindungen von Freunden, Kollegen und auch die seines Vermieters oder seiner Mutter ein. Ganz ohne Verschlüsseln oder Verschleiern. Das funktionierte lange: Ab Mitte 2011 vergnügte sich der junge Mann auf diese Weise vor seinem Computer. Die Starnberger Polizei geht von über 300 Betrugsfällen aus. Der Schaden beträgt 10 000 bis 15 000 Euro.

Die Polizei kam dem ledigen Tutzinger auf die Spur, weil sich seit Februar dieses Jahres immer mehr seiner Opfer meldeten. Sie hatten unberechtigte Abbuchungen der Erotik-Portale auf ihren Girokonten bemerkt und in Starnberg Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Irgendwann stand der junge Mann unter Verdacht. Der Verdacht der Beamten verhärtete sich, als sie in dessen Wohnung mehrere Computer, Tablets und Smartphones sicherstellten und durchsuchten.

Die Starnberger Polizei freut sich über den Ermittlungserfolg, der Tutzinger ist geständig, teilen die Beamten mit. Es sei auch Glück dabei gewesen, sagt der stellvertretende Polizeichef Sebastian Pinta. „Die Firmen sitzen alle in Deutschland, so konnten die Geschädigten ihr Geld relativ leicht zurückbekommen.“ Die Erotik-Portale werden auf dem Schaden sitzen bleiben. Wie es mit dem 27-Jährigen weiter geht, entscheidet der Staatsanwalt. edl

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