Verrückter Unfall im Rausch: Schnapsidee wird teuer

Oberschleißheim - Den Ratschlag zweier Freunde, seinen in Österreich bei einer Unfallflucht beschädigten Pkw der Oberschleißheimer Polizei als gestohlen zu melden, dürfte ein 28-Jähriger aus Dachau mittlerweile bitter bereuen.

Nach einem kleinen Umtrunk am Samstag in Oberschleißheim kamen die Freunde - der Dachauer und ein 23- sowie ein 27-jährigr Oberschleißheimer - auf die Idee, gemeinsam einen Bekannten in Österreich zu besuchen. Bei der Fahrt nach Österreich wechselten sich die drei am Steuer ab. Der 23-Jährige verlor auf Höhe Dornbirn wohl infolge mangelnder Fahrpraxis und Alkoholgenusses die Gewalt über den Wagen und touchierte ein Verkehrszeichen, hat die Polizei ermittelt. Das konnte das angesäuselte Trio jedoch nicht davon abhalten, die Fahrt fortzusetzen, um bei ihrem Bekannten weiter zu zechen.

Kurz nachdem der Dachauer seine beiden Kumpane nach der Rückkehr wieder in Oberschleißheim abgesetzt hatte, streikte sein Pkw, da er sich bei der Unfallflucht Kühler und Ölwanne beschädigt hatte und sämtliche Betriebsmittel auf der Rückfahrt ausgelaufen waren. Kein Öl mehr, keine Kühlerflüssigkeit. Nach kurzer Diskussion mit seinen Spezln parkten die drei den Wagen an einem Brückenpfeiler, scheinbar passend zum Unfallschaden. Als Gipfel der Dreistigkeit fuhren sie zur Polizeiwache Oberschleißheim und erzählten frech die vereinbarte Geschichte: Der Wagen sei gestohlen worden, sie wollten Anzeige erstatten.

Der vermeintlich gestohlene Wagen wurde am frühen Sonntagmorgen aufgefunden und sollte abgeschleppt werden. Den Beamten, die mit dem Fall befasst waren, kam die Sache aber gleich merkwürdig vor. Zwar wies das Fahrzeug Beschädigungen auf - aber der Brückenpfeiler hatt keinen Kratzer. Außerdem waren Öl und Kühlerflüssigkeit ausgelaufen - das stand erheblich im Widerspruch zu der Geschichte, die ihnen die drei jungen Männer aufgetischt hatten.

Diese Widersprüche konnte auch der kurz darauf besuchte Halter nicht ausräumen. Vielmehr gab er schließlich scheibchenweise den geschilderten Ablauf des nächtlichen Ausflugs preis. Seine beiden Begleiter wurden ebenfalls befragt und räumten den Sachverhalt ebenfalls ein.

Als Folge ihrer Schnapsideen wurden die drei nach den erforderlichen Blutentnahmen wegen Vortäuschens einer Straftat, Trunkenheitsfahrten und der 23-Jährige mangels Führerschein wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis angezeigt. Dadurch erklärte sich schließlich auch seine mangelnde Fahrpraxis bei der Verkehrsunfallflucht in Österreich. Diesbezüglich erwartet ihn ein gesondertes Verfahren der österreichischen Polizei. Der Fahrzeughalter muss zudem die nächste Zeit auf seinen Führerschein verzichten.

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