Schneechaos: Flughafen München wird zum Matratzenlager XXL

Flughafen - Das Terminal 2 hat sich in der Nacht auf Donnerstag wieder in einen Schlafsaal verwandelt. Schuld war diesmal nicht der Winter im Erdinger Moos, sondern chaotische Wetterverhältnisse in Frankfurt.

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Nach einem dreitätigen Frühlings-Intermezzo hat sich der Winter mit aller Kraft zurückgemeldet. In der Nacht auf Donnerstag stürzten die Temperaturen von 15 Grad plus bis unter den ­Gefrierpunkt – begleitet von einem heftigen Sturm, der in Haidhausen einen halben Dachstuhl wegfegte. Das größte Chaos gab es am Münchner Flughafen. Dort verwandelte sich das Terminal 2 in Deutschlands größten Schlafsaal. Schuld war diesmal nicht der Winter im Erdinger Moos, sondern Eisregen in Frankfurt am Main, weshalb der dortige Airport geschlossen werden musste. „21 Flugzeuge, die für Frankfurt bestimmt waren, wurden in den Abendstunden nach München umgeleitet“, berichtet Edgar Engert, Sprecher der Flughafen München GmbH.

Nicht allen Passagieren sei es möglich gewesen, abends noch per Bahn nach Frankfurt zurückzukommen oder das eigentliche Reiseziel zu erreichen. „Wir haben daraufhin 800 Feldbetten mit Decken aufstellen lassen“, so Engert, 700 Kunden (großteils von Lufthansa und Star Alliance) hätten von dieser Nächtigungsmöglichkeit Gebrauch gemacht.

Am Moos-Airport war das deutschlandweite Wetterchaos, das sich bis Donnerstagvormittag hinzog, auch spürbar, weil etliche Maschinen nicht starten konnten. Bundesweit gab es laut Engert 51 Annullierungen, 16 hätten den Flughafen München betroffen. Bis zum Mittag kamen zu diesen 16 Streichungen 30 Verspätungen von mehr als einer Stunde hinzu. Und angesichts der Wetterprognose für die nächsten Tage (s. rechts) werden die Feldbetten wohl noch einige Zeit in Deutschlands zweitgrößtem Flughafen stehen bleiben.

Schnee und Eisregen machten der Bahn vor allem in Nordbayern und Hessen zu schaffen. Die Strecke Nürnberg-Leipzig war gesperrt, Züge wurden über Würzburg umgeleitet. ICE-Züge nach München hatten bis zu 90 Minuten Verspätung. Fast alle ICEs sind verspätet, da die DB zur Vermeidung von Schäden an den Zügen ein Tempolimit von 200 km/h verhängt hat. Die Bahn hat eine kostenlose Service-Hotline (080 00/­ 99 66 33) eingerichtet. Tickets (auch zuggebunden) können kostenlos storniert werden. Der Regionalverkehr in München und die S-Bahn funktionierten weitgehend zuverlässig.

Im Wirtschaftssausschuss des Landtags wurde die DB am Donnerstag heftig kritisiert: Laut Bayerischer Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Bahn-Nahverkehr in Bayern bestellt, haben sich manche Probleme seit dem vergangenen Winter verschlimmert. „Die Zahl der Weichenstörungen ist von Januar bis Oktober um 90 Prozent gestiegen“, sagte BEG-Chef Fritz Czeschka. Die Zahl der „Langsamfahrstellen“ habe sich um 56 Prozent erhöht.

KHD./HAM.

So wird's am Wochenende

Der Deutsche Wetterdienst erwartet bis Samstag Schnee bis ins Flachland. In den Alpenregionen könne ein Meter Neuschnee zusammenkommen. Die Temperaturen schwanken zwischen minus und plus 3 Grad. „Nachts muss man mit leichtem bis mäßigem Frost rechnen von minus 1 bis minus 8 Grad“, sagte am Donnerstag ein Meteorologe. Am Wochenende soll es milder werden. Die Schneefallgrenze liegt dann zwischen 600 und 800 Metern. Zum Wochenstart soll es kälter werden und wieder bis ins Flachland schneien. Auf Schneeverwehungen und glatte Straßen sollten sich Autofahrer bayernweit einstellen.

Rubriklistenbild: © Westermann

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