Erdinger wehrt sich

Schock: Internet-Rechnung über 4400 Euro

Blieb hartnäckig: Vodafone-Kunde Hans Seeholzer aus Erding

Erding - Für Internetnutzung per Handy in Russland sollte Hans Seeholzer 4400 Euro berappen. Der Erdinger wehrte sich beharrlich - mit Erfolg.

Als Praxisberater und Seminaranbieter ist der Erdinger Kieferorthopäde Dr. Hans Seeholzer viel unterwegs und hat schon viele Länder gesehen.

Vor kurzem brach er für vier Tage nach Russland auf. Routinemäßig deaktivierte er den Internetzugang seines iPhones und seines iPads via UMTS. Zugang ins globale Netz fand Seeholzer über den WLAN-Anschluss im Hotel.

Umso entsetzter reagierte der 65-Jährige, als ihm wenige Tage nach der Rückkehr die Rechnung seines Internet- und Mobilfunkanbieters Vodafone ins Haus flatterte. Stolze 4400 Euro sollte er an Internet-Gebühren bezahlen. Seeholzer reagierte sofort. Per E-Mail wandte er sich an den Konzern und versicherte, in Russland nicht den eigenen Online-Zugang verwendet zu haben. Die horrende Summe müsse ein Irrtum sein.

Ratgeber: So schützen Sie sich im Internet

Ratgeber: So schützen Sie sich im Internet

Zunächst stellte sich Vodafone quer. Möglicherweise hätten Smartphone und iPad ohne das Wissen des Inhabers einen Internetzugang gefunden. Diesen Vorwurf wollte Seeholzer nicht auf sich sitzen lassen. In einer weiteren E-Mail teilte er dem Anbieter mit: „Ich sehe es als Vorstufe zum Betrug an, wenn der Kunde nicht automatisch gewarnt wird, wenn eine Internetverbindung ohne das Wissen des Nutzers zustande kommt.“ Vodafone müsse dann eine Warnung per SMS verschicken. Vorsorglich drohte Seeholzer damit, sich einen Anwalt zu nehmen und Klage zu erheben.

Vodafone lenkte daraufhin ein und erklärte sich bereit, auf die Hälfte des Betrags, nämlich 2000 Euro, großherzig zu verzichten. Seeholzer ließ sich darauf nicht ein. Er schrieb ein drittes Mal an den Kommunikationsgiganten, dass er nicht zahlen werde und die Argumente auf seiner Seite lägen.

Daraufhin erhielt der Zahnarzt eine Mail, in dem Vodafone versichert, dass seitens des Anbieters alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Alle Verbindungen seien überprüft wurden, das Datenvolumen sei korrekt aufgezeichnet worden und über Seeholzers Karte zustande gekommen. „Einen Fehler können wir definitiv ausschließen.“ Dennoch reduziere man die Rechnung angesichts der langen Geschäftsbeziehung auf 200 Euro. Darauf ließ er sich ein.

(Hans Moritz)

Auch interessant

Meistgelesen

Lkw-Fahrer an seinem Geburtstag gestoppt: Drogen und Elektroschocker
Lkw-Fahrer an seinem Geburtstag gestoppt: Drogen und Elektroschocker
Einbrecher will in Dachauer Reihenhäuser - und erntet Spott statt Beute
Einbrecher will in Dachauer Reihenhäuser - und erntet Spott statt Beute
In Flughafen-Nähe: Auto bricht durch Leitplanke - defekter Lkw kommt hinzu
In Flughafen-Nähe: Auto bricht durch Leitplanke - defekter Lkw kommt hinzu
Dieses Traditionsgasthaus wird abgerissen - und dann neu aufgebaut
Dieses Traditionsgasthaus wird abgerissen - und dann neu aufgebaut

Kommentare