Passagier wollte diesem Reptil Kopf abbeißen

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Ein Passagier wollte diesem Reptil den Kopf abbeißen

München - Die Zöllner am Flughafen München sind normalerweise hart im Nehmen. Als ein Reisender am Samstag einem lebendigen Reptil den Kopf abbeißen wollte, griffen die schockierten Beamten ein.

Die Essgewohnheiten fremder Völker und Nationen können erfahrene Zöllner am Flughafen schon lange nicht mehr schocken. Dieser „Hobby-Koch“ allerdings ließ die Beamten wirklich schaudern. Nur mit Mühe nämlich konnten sie ihn am Samstag nach der Landung in München daran hindern, einer lebendigen Dornschwanzagame den Kopf abzubeißen!

Am Samstag war der gebürtige Bayer (28) nach einer Reise durch das arabische Sultanat Oman mit einer Maschine aus Dubai in München angekommen. Beim Verlassen des Sicherheitsbereiches durchquerte er selbstbewusst den grünen Ausgang für zollfreie Waren. Zöllner hielten ihn auf und befragten ihn nach dem Inhalt seiner Koffer. Antwort: „Darin sind nur arabische Lebensmittel.“

Die Schmuggel-Hitliste des Münchner Zolls

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Nur dass diese überaus lebendigen Lebensmittel Augen, Schwänze und Schuppenkleider hatten und in weißen Stoffsäckchen die lange Reise einigermaßen überstanden hatten. Der 28-Jährige behauptete steif und fest, die 31 artgeschützten Dornschwanzagamen und 18 weitere Echsen (darunter Taggeckos und Felseneidechsen) für den Kochtopf zu brauchen. Zum Beweis wollte er einer Agame an Ort und Stelle den Kopf abbeißen. Das Tier wurde ihm gerade noch entrissen.

Alle 49 Reptilien befinden sich nach Angaben des Hauptzollamts-Sprechers Thomas Meister nun in der Obhut von Fachleuten und sind wohlauf. Und der 28-Jährige kann schon mal sparen für eine hohe, vierstellige Geldstrafe.

Dass er die Echsen tatsächlich gebraten hätte, darf bezweifelt werden. Sehr viel wahrscheinlicher ist, dass er die artgeschützten Schmuggel-Reptilien auf dem Schwarzmarkt verkaufen wollte. Allein für ein Dornschwanz-Pärchen werden im Internet Preise von 250 bis 400 Euro gezahlt.

Die spektakulärsten Tierfunde am Flughafen

Pythonschlangen in Kissen genäht:

Im September 2011 entdeckten Zöllner im Gepäck eines Fitnesstrainers aus Sydney 36 junge Pythonschlangen. Die Tiere waren in ein Sofakissen eingenäht. Die kleinste Würgeschlange war bereits erdrückt worden. Qualtransporte wie diese empören den Münchner Tierarzt Dr. Markus Baur (Foto). Er päppelte die gequälten Tiere auf und wurde zum Dank x-mal gebissen – „Ein sehr gutes Zeichen!“

Kobra in Schnaps:

Schlangenschnäpse aus Südostasien zählen zu den schrecklichsten Grusel-Souvenirs. Die eingelegten Reptilien – wie hier eine Kobra – sind leider alle echt und einen wirklich grausamen Tod gestorben. Wenn die Zöllner solche ­Flaschen finden, konfiszieren sie sie sofort.

Halbaffen aus Fernost:

Diese winzigen Plumploris (Halbaffen) schmuggelte ein Münchner Krankenpfleger (22) im April 1999 aus Thailand ein. Sie wurden beschlagnahmt – genauso wie ein armes Pinselohräffchen, das 1997 eine Touristin aus Französisch-Guyana eingenäht im Saum ihrer Mütze mitgebracht hatte.

Dorita Plange

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