Dreiste Masche bei Immobilienanzeigen

Schöne Wohnung in Dachau - Vorsicht, Betrug!

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Eine Traumwohnung kann schnell zum Albtraum werden.

Dachau - Vorsicht vor dreister Masche bei Immobilienanzeigen, wenn das Angebot allzu traumhaft klingt. Hier lesen Sie, wie die Betrüger vorgehen und versuchen, dass Vertrauen ihrer Opfer zu erschleichen.

Schöne Wohnung in Dachau. So lautet die Immobilenanzeige von Lukas Mauer. Für 68 Quadratmeter verlangt er einen Mietpreis von 370 Euro im Monat. Die Wohnung ist möbliert, es ist aber auch möglich, die Einrichtung im großen Keller zu lagern. Auch Haustiere seien kein Problem. Und Strom, Heizung, Telefon und Internet sind im Preis gleich noch mit inbegriffen.

Das Ganze klingt wie ein schöner Traum. Doch wer Lukas Mauer glaubt, für den verwandelt sich die angeblich lukrative Wohnung in Dachau in einen Albtraum.

Lukas Mauer, vermutlich ist das nicht einmal sein richtiger Name, ist ein Betrüger. Ein Immobilienbetrüger. Von seiner Sorte gibt es viele. Wer darauf reinfällt, verliert nicht nur viel Geld, sondern auch Hoffnung. Denn wer bei den derzeit hohen Mietpreisen, aber vor allem bei den vielen Bewerbern, mal eben eine Zusage für eine Wohnung bekommt, die noch dazu zu schön klingt, um wahr zu sein, der wird dank Lukas Mauer und seinen Betrügerfreunden bitter enttäuscht werden.

Betrügermasche beginnt im letzten Absatz der E-Mail

Er selbst sei 58, Designer und wohne mit seiner "wundervollen Frau Susan" in London. Er habe eine 25 Jahre alte Tochter Linda und sei "sehr stolz darauf, bald Großvater zu werden."

Informationen, die der vermeintliche Lukas Mauer nur deshalb in die E-Mail schreibt, um ein Vertrauensverhältnis zu schaffen. Auch von seinem Hund erzählt der Betrüger. Einem acht Jahre alten Labrador.

Doch wie kommt Lukas Mauer an sein Geld? Die Betrügermasche beginnt im letzten Absatz seiner E-Mail: "Leider erlaubt mein Job es mir nicht, auch nur für einen Tag nach Deutschland zu reisen." Dafür hat der Engländer eine Lösung parat: Über das Immobilenportal Trulia Real Estate. Wer dorthin etwas überweist, bekommt natürlich keinen Wohnungsschlüssel. Und sieht sein Geld leider auch nicht.

In der Jakob-Schmid-Straße 1 in Dachau steht ein Mehrfamilienhaus. Eine freie Wohung sei den Nachbarn aber nicht aufgefallen. Und ein Engländer hat hier noch nie gewohnt. Da sind sich die Bewohner einig.

Polizist: "Da muss man einfach sein Hirn einschalten"

Stefan Reichenbächer von der Polizei Dachau ist Internetsachbearbeiter. Er weiß genau, wie solche Betrüger vorgehen. "Jeder schmückt seine Geschichte ein bisschen anders aus. Im Grunde genommen ist es aber immer dasselbe Vorgehen."

Egal ob bei Autos, Wohnungen, der großen Liebe oder Waschmaschinen. "Eine Miele Waschmaschine kostet nunmal nicht 600 Euro und eine Wohnung in Dachau oder München keine 300 im Monat. Da muss man einfach sein Hirn einschalten", findet der Polizist. Anders schützen könne man sich vor solchen Betrügereien nämlich nicht.

Und wer ihnen einmal auf den Leim gegangen ist, der bekommt sein Geld auch nicht wieder. "Besonders schwer ist das in England. Dort beginnt Betrug nämlich erst ab einer Summe von 3000 Euro." Alles, was also darunter fällt, wird in England strafrechtlich erst gar nicht verfolgt. Und oft sitzen die Betrüger in Bulgarien, an die komme man einfach nicht ran. "Die Leute sind einfach zu leichtgläubig", findet Stefan Reichenbächer. "Wir haben ein Medium, mit dem wir die ganze Welt erreichen können, und trotzdem haben manche Bürger eine Denkweise von 1918."

Wer sich schützen will, vor den Internetbetrügern, der kann nur eines machen: vorsichtig sein.

Regina Peter

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