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Schon über 1000 Stück: Seniorin aus Oberbayern faltet seit Jahren Sterne für den guten Zweck

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Von: Laura May

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Mühevolle Handarbeit: Bis Johanna Schlederer die Falttechnik heraus hatte, dauerte es ein bisschen. Aber sie blieb hartnäckig und hilft heute damit vielen Kindern durch die Spenden.
Mühevolle Handarbeit: Bis Johanna Schlederer die Falttechnik heraus hatte, dauerte es ein bisschen. Aber sie blieb hartnäckig und hilft heute damit vielen Kindern durch die Spenden. © LAURA MAY

Vor sieben Jahren entdeckte Johanna Schlederer in der Auslage des Kaut-Bullinger schöne Faltsterne. Sie dachte sich: Ich möchte für den guten Zweck basteln.

Eichenau/Unterschleißheim – Johanna Schlederer kennt das Blinden- und Sehbehindertenzentrum in Unterschleißheim (SBZ) „von Tag eins an“, wie sie sagt. Ihr Mann war ein enger Freund des Gründers Pater Setzer. Als sie erfuhr, dass im Rahmen der umfangreichen Renovierungsarbeiten der Ausbildungsstätte ab 2014 nicht genug Geld für die Spielplatz-Sanierung da war, beschäftigte sie nur eine Frage: „Was kann ich tun, um zu helfen?“

Die Antwort darauf, fand die heute 90-Jährige im Münchner Kaut-Bullinger, wo sie gefaltete Papiersterne in der Auslage sah. 2015 suchte sie eine Anleitung, kaufte die Materialien – und gab nach mehreren Versuchen auf. Zu kompliziert schienen ihr Falt- und Stecktechnik mit dem festen Papier. „Im Jahr darauf ist es mir dann geglückt“, erinnert sie sich heute. „Man braucht Geduld und muss exakt falten. Sonst funktioniert es nicht!“

Über 1000 Sterne gefaltet

Inzwischen hat Johanna Schlederer über 1000 Sterne gefaltet. Jeder Stern besteht aus 30 Teilen, jedes Teil aus zehn Faltungen. Arbeitszeit für ein Exemplar: Rund vier Stunden. Der größte Teil ihrer Produktion geht an die Sternstunden und kommt auf den Nürnberger Christkindlmarkt, wo jeder, der für bedürftige Kinder spendet, mit einem Schlederer-Stern belohnt wird.

„Der Erlös kommt rein den Kindern zugute“

Dasselbe Prinzip gilt für den Adventsmarkt im SBZ-Unterschleißheim. „Der Erlös kommt rein den Kindern zugute“, betont Schlederer. „Das Anliegen ist die Spende.“ Wer einen der einzigartigen Sterne haben wolle, müsse auf einen der Märkte gehen und spenden. Neben der ausgeklügelten Falttechnik baut sie außerdem kleine LED-Lichter mit Batterie in ihre Sterne ein, sodass sie ihren Besitzer durch die Adventszeit leuchten können. Dabei sind die Sterne sogar nachhaltig mit wechselbaren LED-Batterien ausgestattet. Und sowieso: Wer gut aufpasst, kann sich am Schlederer-Stern das ganze Leben und nicht nur in der Adventszeit erfreuen. „In vielen Familien gilt er als guter Stern fürs ganze Jahr.“

Mit Disziplin an der Arbeit

Das Alter von 90 Jahren sieht man Johanna Schlederer nicht an. Mit Disziplin arbeitet sie an ihren Papiersternen. „Ich mache jeden Abend einen Stern, wenn ich daheim bin“, sagt sie. 200 bis 300 Sterne kommen jedes Jahr dabei heraus. Trotz der häuslichen Massenproduktion steckt in jedem Exemplar Liebe und Sorgfalt. „Ich freue mich über jeden Stern und probiere auch bei jedem, ob er funktioniert.“ Sie mache es eben nicht fürs Geld, sondern für die Kinder. Wie auch in vergangenen Jahren wird Schlederers Engagement heuer wieder belohnt: Ihre leuchtenden Schätze sind heiß begehrt als Belohnung für eine Spende an die Kinder: „Bis auf den letzten Stern sind alle weg.“

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