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Einfach nur widerlich

Stadtgärtner an alle Hundebesitzer: Bitte werft eure Kack-Tüten wenigstens in den Müll

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Leider gewohntes Bild im Forchet: Tüten mit Hundekot, die die Besitzer achtlos an den Wegesrand geworfen haben. 

Es ist ein Problem, das auch in Schongau jedes Jahr für Ärger sorgt: Hundekot an und auf den Wegen im Stadtgebiet, über den sich nicht nur Spaziergänger aufregen.

Schongau– „Erste Frühlingsboten“ hat Maria Weiß ein Foto überschrieben, das sie Anfang dieser Woche im Forchet aufgenommen hat. Die eingetüteten Hundehaufen hatte die Schongauerin rund 200 Meter entfernt von der Entsorgungsstation entdeckt, in die die Tüten eigentlich hineingehören. Offensichtlich war den Hundebesitzern der Weg dorthin zu weit. Sie warfen die Tüten einfach in die Landschaft. „Diese Hinterlassenschaften säumen zunehmend unsere herrlichen Waldwege – leider“, bedauert Weiß.

Die Stadt Schongau kennt das Problem nur zu gut: „Da nicht jeder Hundebesitzer die Hinterlassenschaft seines Lieblings eintütet und entsorgt, kann dieses Bild vom Forchet auch jederzeit an anderen Orten im Stadtgebiet aufgenommen werden“, berichtet Stadtsprecherin Meike Petro. Die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei haben ihren Angaben nach die undankbare Aufgabe, die Sauerei aufzuräumen.

80 Prozent der Hundebesitzer machen alles richtig

„Es ist schlimm“, gibt Stadtgärtner Rudolf Friedl unumwunden zu. Rund 80 Prozent der Hundebesitzer werfen ihm zufolge die Tüten korrekt in die von der Stadt aufgestellten Behälter, die übrigen 20 Prozent lassen die Hundehaufen dagegen einfach liegen oder entsorgen sie in den schwarzen Tüten am Wegesrand.

Ein ums andere Mal hat Friedl das schon mit eigenen Augen beobachtet. Wenn der Stadtgärtner die Hundehalter dann auf ihr Fehlverhalten anspricht, sind die um Ausreden nicht verlegen. „Oder sie gehen einfach weiter“, berichtet Friedl, der dann schier am verzweifeln ist. „Was soll ich tun?“, fragt er und fügt hinzu: „Wir wären ja schon froh, wenn sie die Tüten wenigstens in einen Mülleimer werfen würden.“

Beim Mähen fliegen den Gärtner die Hundehaufen „um die Ohren“

Mit Grausen dürften die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei jetzt schon wieder dem Sommer entgegen blicken: Besonders unangenehm sei es dann, wenn die Hänge zwischen Fußweg und Stadtmauer mit der Motorsense, also per Hand, gemäht werden, weiß Friedl. Da der Mitarbeiter den Hunde-Haufen wegen des hohen Grases nicht sehe, würde ihm dieser im wahrsten Sinne des Wortes „um die Ohren fliegen“. Friedl: „Dann müssen unsere Mitarbeiter heim zum Duschen und sich umziehen.“ Besondere „Hot Spots“ im Stadtgebiet sind Friedl zufolge der gesamte Stadtgraben und dort vor allem die steilen Hänge sowie der Birkenweg und der Faule Graben.

Insgesamt beobachtet der Stadtgärtner eine Zunahme der Problematik mit dem Hundekot in Schongau. Friedl führt das aber nicht darauf zurück, dass die Halter undisziplinierter geworden sind. Die Hunde seien schlicht mehr geworden, meint er.

Die Stadtgärtner wenden nach eigenen Angaben pro Woche rund 15 Arbeitsstunden zur Ent- und Versorgung der 27 Hundestationen auf. Die Stationen am Stadtgraben und im übrigen Stadtgebiet werden dann entleert und mit Tüten frisch bestückt. Rund 1,2 Tonnen Hundekot kommen so pro Jahr zusammen, die über den Restmüll entsorgt werden. Die Kosten pro Station liegen demnach pro Jahr bei etwa 900 Euro, also insgesamt bei 24 300 Euro.

Dem gegenüber stehen die Einnahmen aus der Hundesteuer. Nach Angaben von Stadtsprecherin Meike Petro lagen sie im vergangenen Jahr bei 37 004,50 Euro. Zum Vergleich: 2017 wurden die Hundebesitzer mit insgesamt 37 092,50 Euro zur Kasse gebeten, 2016 lag das Hundesteueraufkommen bei 36 922,92 Euro. Die Steuer beträgt laut der seit dem Jahr 2010 geltenden Satzung der Stadt 65 Euro jährlich für den ersten Hund, für jeden weiteren Vierbeiner werden 150 Euro fällig. Ein Kampfhund kostet pro Jahr 1023 Euro Steuer.

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