Die Schrebergarten-Mafia in Häuschen 1610

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In Häuschen 1610 lagerte das Diebesgut, darunter Beninzkanister, Trennschleifer und Hochdruckreiniger

München - Das Häuschen Nummer 1610 in einer Schrebergartensiedlung in Dachau war jahrelang das heimliche Zentrum einer bestens organisierten Einbruchs- und Hehlerbande.

Auf dem von außen nicht einsehbaren, videogesicherten Grundstück in der Kleingartenanlage Am Schreberweg hatte es sich der Haupttäter – ein ehemaliger Autozubehör-Verkäufer (42) – recht gemütlich eingerichtet. Sogar ein Tanklager gab es dort, in dem die Bande gestohlenen Sprit bunkerte. Der wurde für Eingeweihte zum Superschnäppchen-Preis von 90 Cent je Liter in Kanister abgefüllt. Doch damit ist jetzt Schluss. Der Haupttäter sitzt im Knast. Seine 14 Komplizen – darunter zwei Frauen – sind der Polizei bekannt und müssen sich wegen bandenmäßig begangener Einbruchsdiebstähle verantworten. Einige Täter verdienten zusätzlich an fingierten Verkehrsunfällen, Versicherungsbetrügereien und Unterschlagungen. Gesamtschaden: 172 000 Euro.

Bevorzugte Objekte der Bande waren nach Auskunft des ermittelnden Kriminalhauptkommissars Max Brem Baustellen in Dasing, Dachau, Gräfelfing, Türkheim, Eching, Haimhausen, Oberschleißheim und Erdweg bei Dachau. Die Täter nahmen nur mittlere und kleine Baumaschinen mit – was eben so auf die Ladefläche des Transporters passte: Bohrhämmer, Trennschleifer, Fräsen, Hochdruckreiniger, etc. Das meiste davon wurde über einen Mittelsmann in Tschechien verscherbelt. Den Sprit bezog die Hehler-Connection von einen Spanier (29), der für eine Spedition fuhr und regelmäßig Sprit aus dem Tank abzog – im Laufe der Jahre mehrere 1000 Liter. Sein Arbeitgeber hatte sich lange gewundert, wieso der Lkw plötzlich so ein Spritfresser war. Zur Bande gehörte auch ein Kroate (39) aus Pfaffenhofen, dessen Fuhrpark für seine Trocken- und Gartenbaufirma weitgehend aus geklauten Geräten bestand. Er wurde auf der Autobahn A9 kurz vor München festgenommen und hatte jede Menge Hehlerware dabei. Eine Schlüsselrolle hatte auch ein italienischer Gastwirt (52) aus Erdweg, der sich oft an Einbrüchen beteiligte und dabei tatkräftig von seiner jungen Frau (29) unterstützt wurde. Inzwischen backen die beiden wieder ganz kleine (Pizza)Brötchen.

Dorita Plange

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