Echt peinlich

Schreibfehler: Stadt druckt 27.000 Wahlzettel neu

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Fürstenfeldbruck – 27.000 Stimmzettel für die Stadtratswahl in Fürstenfeldbruck müssen neu gedruckt werden. Der Grund: Die Kandidatenlisten der Parteien sind voller Rechtschreibfehler.

Bei Jan Halbauer (Grüne) steht „Bezriksrat“ statt „Bezirksrat“. Aus Rolf-Jan Bakels (auch Grüne) wird ein „Angetellter“. Der Freie Wähler Klaus Burghart wird auf dem Stimmzettel, der im Internet zugänglich ist, zu „Klaus Burgart“. Ein weiterer Bewerber der Freien wohnt in der „Lansberger Straße“. Eine Bewerberin wird als „Rechtsasssessarin“ bezeichnet – und das alles auf einem Feld, das man als hochsensibel betrachten muss, wie Eva Kaspar von der Kommunalaufsicht im Landratsamt berichtet.

Schon wenn bei einem Namen ein Bindestrich fehle, könne das zu Problemen führen, so Kaspar auf Anfrage. Ganz prinzipiell dürfte auf Stimmzetteln nichts zu erhöhter Aufmerksamkeit für eine Person führen, egal ob in negativer oder positiver Hinsicht. Denn wenn jemand wie auch immer besonders herausgehoben werde, dann bestehe die Gefahr der Wettbewerbsverzerrung und letztlich die Möglichkeit für eine Wahlanfechtung.

Bei bestimmten Konstellationen sei eine solche wirklich möglich, sagte Kaspar. Allein das Beispiel Halbauer hätte Probleme aufwerfen können. Eva Kaspar hat der Stadt gestern Nachmittag daher empfohlen, die Zettel neu drucken zu lassen – und das Rathaus kam der Empfehlung nach. „Wir haben hin und her überlegt“, sagte Rechtsamtsleiter Christian Kieser. Mit dem Neudruck sei man aber auf der sicheren Seite. Die Aussendung der Briefwahlunterlagen werde gestoppt und erst wieder aufgenommen, wenn die neuen Zettel da sind. Das dürfte relativ schnell gehen. Wer war jetzt aber der Fehlerteufel? Einige Vertipper seien in Verwaltung übersehen worden, sagt Kiser. Andere aber seien vom Verlag gemacht worden. Deshalb werde man sicher bei den Kosten für den Neudruck verhandeln.

Eva Kaspar unterstützt diese Auffassung. Ein Stimmzettel sei wirklich hochsensibel. Beispielsweise dürfen die Angaben zu einer Person maximal zwei Zeilen umfassen, niemals drei. Sonst würde eine Person zu sehr herausstechen. Deshalb komme es manchmal zu kühnen Abkürzungen, etwa bei Berufen. Wie sie erzählt, wurden in der Vergangenheit in der Region einmal Stimmzettel neu gedruckt, weil eine Sekretärin als „Sekräterin“ bezeichnet wurde. Wahlrechts-Experten raten zum Neudruck schon wenn zum Beispiel ein „Niklas“ zum „Nikas“ wird.

Die Freien Wähler kündigten gestern schon vorab an, an den Wahlausschuss herantreten zu wollen, falls die alten Zettel verwendet würden. Halbauer hätte nicht auf einem Neudruck bestanden. Als Grüner hätte er den Mehrverbrauch von Papier nicht verantworten können. Außerdem würden Fehler eben passieren. „Man kann froh sein, dass es rechtzeitig entdeckt wurde.“ Der Verwaltung einen Strick daraus zu drehen, wäre aber falsch, so Halbauer, denn alle Parteien konnten den Wahlvorschlag gegenlesen. Die Verwaltung mache ein guten Job.

Die schon versendeten 80 Briefwahlunterlagen werden nicht zurückgerufen, sie können verwendet werden. Das sei in Ordnung, erklärt Eva Kaspar. 80 seien zu viele, um das Wahlgeheimnis aufzuheben und zu wenig, um entscheidend zu sein.

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